Gebäudereinigung Corona
20.03.2020
Gebäudereinigung

Derzeit erreichen uns erschreckende Nachrichten unserer Kolleg*innen, in denen berichtet wird, dass sie vielerorts nicht mit der nötigen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) ausgestattet sind. Das ist ein Thema, welches uns schon seit vielen Jahren begleitet. 

„Niemanden darf aus reinem Gewinnstreben zugemutet werden, sich einem Ansteckungsrisiko auszusetzen. Deshalb müssen sowohl ausreichend Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt und ausreichend Zeit für gründliche Reinigung eingeplant werden.“, so unser zuständiges Bundesvorstandsmitglied Ulrike Laux zur aktuellen Situation.

Für den Arbeitsschutz ist allein die*der Arbeitgeber*in zuständig. Vielen ist der Schutz ihrer Beschäftigten wichtig, leider aber nicht allen.

Wir fordern alle Arbeitgeber*innen eindringlich auf, sich an die bestehenden Vorschriften zu halten!

Unsere Kolleg*innen kämpfen fleißig an vorderster Front gegen eine weitere Ausbreitung der Pandemie. Sie und ihre Familien gehören vor den Gefahren einer Ansteckung geschützt!

Kein Schutz – keine Leistung! Leistungsverweigerungsrecht bei verletzter Fürsorgepflicht der*des Arbeitgeberin*Arbeitgebers

Niemand kann dazu gezwungen werden, ein unverhältnismäßiges Risiko für die Gesundheit in Kauf zu nehmen. Kommt die*der Arbeitgeber*in ihrer*seiner Fürsorgepflicht nicht nach, etwa in dem sie*er es versäumt, den Beschäftigten die nötige Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen, hat die*der Arbeitnehmer*in ein sogenanntes Leistungsverweigerungsrecht. Beschäftigte können ihre Arbeit dann (ohne Verluste im Lohn) verweigern. Voraussetzung ist allerdings, dass sie die*den Arbeitgeber*in zuvor schriftlich angemahnt haben, die nötige Ausrüstung und entsprechendes Arbeitsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Hierfür haben wir für Euch einen Mustertext vorbereitet, den Ihr der*dem Arbeitgeber*in ausgefüllt und unterschrieben vorlegen könnt. Kommt die*der Arbeitgeber*in Eurer Aufforderung zur Bereitstellung der PSA nicht nach, habt Ihr das Recht, die Arbeit zu verweigern.

Download Musterschreiben für Beschäftigte (PDF | DOC)

Download Musterschreiben zum Gesundheitsschutz für Betriebsräte (DOC)

Informationen der Berufsgenossenschaft (BG BAU) zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Gebäudereinigung

Die Berufsgenossenschaft (BG BAU) hat in einem Merkheft für die Gebäudereinigung wesentliche Informationen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Gebäudereinigung aufgeführt. Die Broschüre könnt ihr hier herunterladen (PDF).

Nachfolgend fassen wir für Euch die wichtigsten Punkte zur Gebäudereinigung und der Krankenhausreinigung zur Übersicht zusammen.

Gebäudereinigung

Persönliche Schutzausrüstung

  • Schutzhandschuhe tragen. Auswahlhilfen werden im Gefahrstoffinformationssystem (WINGIS) der BG BAU online angeboten.
  • Handschuhstulpen umschlagen, um ein Hineinlaufen von Reinigungsmitteln zu verhindern
  • Dünne Unterziehhandschuhe aus Baumwolle vermindern die Schweißbildung.
  • Hautschutz beachten: Vor der Arbeit gezielter Hautschutz, nach der Arbeit richtige Hautreinigung, nach der Reinigung sorgsame Hautpflege
  • Bei Spritzgefahr, zum Beispiel beim Umgang mit Konzentraten oder beim Um- oder Abfüllen, Schutzbrille (Korbbrille) tragen. Gegebenenfalls Augenspülflasche bereitstellen.

Krankenhausreinigung

Allgemeines

  • Vom Krankenhaus aufgestellten Hygieneplan einhalten.
  • Beschäftigte regelmäßig unterweisen und über Gefahren aufklären.
  • Sicherheitsmaßnahmen zwischen dem Krankenhaus und dem Reinigungsunternehmen entsprechend der Infektionsgefährdung koordinieren.

Schutzmaßnahmen

  • Mischverhältnisse oder Dosierung der Reinigungs- und Desinfektionslösungen nach Hygieneplan einhalten.
  • Waschräume zur Verfügung stellen, wenn die Art der Tätigkeit es erfordert.
  • Die hygienisch erforderlichen Mittel zum Reinigen und Desinfizieren sowie zum Abtrocknen der Hände zur Verfügung stellen.
  • Hautschutz beachten: Vor der Arbeit gezielter Hautschutz, nach der Arbeit richtige Hautreinigung, nach der Reinigung sorgsame Hautpflege.
  • Geeignete Schutzhandschuhe tragen. Auswahlhilfen werden im Gefahrstoffinformationssystem (WINGIS) der BG BAU online angeboten.
  • Umkleideräume zur Verfügung stellen, wenn bei der Tätigkeit besondere Arbeitskleidung getragen werden muss.
  • Für Arbeitskleidung und Straßenkleidung getrennte Aufbewahrungsmöglichkeiten schaffen, wenn die Beschäftigten infektiösen, gesundheitsschädlichen, ätzenden, reizenden oder stark geruchsbelästigenden Stoffen ausgesetzt sind.
  • Bei mehr als zehn Beschäftigten, oder wenn Sicherheits- oder Gesundheitsgründe dies erfordern, Pausenräume/-bereiche zur Verfügung stellen (mit dem Krankenhaus koordinieren).

Zusätzliche Hinweise für Arbeitsbereiche mit erhöhter Infektionsgefährdung

  • Zusätzliche Schutzkleidung nach Bedarf und gegebenenfalls Vorgaben der Hygienekommission des Krankenhauses zur Verfügung stellen, zum Beispiel flüssigkeitsdichte Handschuhe, Schürzen, Fußschutz, Atemschutz.
  • Für getrennte Aufbewahrung der Schutzkleidung sorgen. Gebrauchte und verschmutzte Schutzkleidung ist wie Krankenhauswäsche zu behandeln, beziehungsweise zu entsorgen.
  • Vor Betreten der Aufenthalts- und Speiseräume die Schutzkleidung ablegen.
  • Schutz gegen Schmierinfektion durch Unterbrechung der Infektionswege sicherstellen, zum Beispiel durch Händedesinfektion, persönliche Schutzausrüstung. Schleimhäute und offene Wunden dürfen mit infektiösem Material nicht in Berührung kommen.
  • Zum Händetrocknen Einmalgebrauchshandtücher oder Warmlufttrockner verwenden.
  • Bei möglichen Kontakten mit Blut, Sekreten und Körpergeweben Schutzhandschuhe und Schutzkleidung tragen.
  • Nach Verletzung durch Instrumente (etwa Nadelstichverletzung) umgehend einen Arzt aufsuchen.