Robert Feiger
© IG BAU (Alexander Paul Englert)
30.03.2020
Pressemitteilungen 2020

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zeigt sich vor dem Hintergrund der unabsehbaren Folgen der Corona-Krise skeptisch über die Aussagekraft der Empfehlungen im jüngst vorgelegten Bericht der Rentenkommission.

„Ohne die derzeitige Pandemie müsste der Bericht der Rentenkommission als durchwachsen bezeichnet werden. Es ist zwar gut, dass keine Bindung der Regelaltersgrenze an die durchschnittliche Lebenserwartung im Bericht aufgenommen wurde. Für hart arbeitende Menschen am Bau sind schon 67 Jahre oft nicht zu schaffen. Uns fehlt aber eine Lösung für sichere Übergänge im Alter für die, die sich schon vor 67 die Knochen kaputt gearbeitet haben und nicht mehr können. Ebenso fehlen Vorschläge für Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente. Zudem muss die Politik ein Rentenniveau von mindestens 50 Prozent garantieren. Vorschläge, die darunter liegen, führen in die Altersarmut und werden von uns abgelehnt. Das gilt auch für den im Rentenbericht genannten Korridor, der nach 2025 zwischen 44 und 49 Prozent liegen soll",

sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

„Es ist aber bereits jetzt sicher, dass sich die Corona-Krise auch auf unsere Rente auswirkt. Während viele betriebliche Altersvorsorgeregelungen stark von den Verwerfungen am Kapitalmarkt betroffen sind, zeigt sich erneut die Krisenfestigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung. Das Umlagesystem schützt die Rentenversicherung vor Kursstürzen. Damit wird noch einmal für alle Beteiligten deutlich, dass eine verantwortungsvolle Rentenpolitik nur in der Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung liegen kann. Die Politik muss spätestens nach der überstandenen Corona-Krise diskutieren, wie diese Stärkung aussehen muss, um einen möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens für eine gesetzliche Rente zu erzielen."

IG BAU: Gesetzliche Rentenversicherung für die Zukunft stärken