Nicole Simons
Nicole Simons (© IG BAU, Alexander Paul Englert)
18.06.2020
Pressemitteilungen 2020

Die Haustarifverhandlungen bei Deutschlands größtem Bauunternehmen Hochtief stehen auf Messers Schneide. Gestern Abend (17. Juni 2020) endete die bereits fünfte Verhandlungsrunde für die in Deutschland rund 4000 Beschäftigten des MDax-Unternehmens zwischen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und Hochtief ohne Ergebnis.

"Die Auftragsbücher von Hochtief sind bereits jetzt bis weit ins kommende Jahr gut gefüllt. Von Krise ist hier nichts zu spüren. Im Gegenteil: Der starke Bauboom setzt sich trotz Corona-Pandemie unverändert fort. Alle Mitarbeiter von Hochtief erleben das täglich in ihrer Arbeit. Sie fordern zu Recht Respekt für ihre Leistung",

sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Nicole Simons.

"Es passt nicht zusammen, den Aktionären eine 16 Prozent höhere Dividende auszuschütten und gleichzeitig Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nahezu nichts anzubieten. Das ist das Gegenteil von Wertschätzung ihrer Arbeit, die die Dividende erst ermöglicht. Wir kommen Hochtief bei Laufzeit und Einkommenserhöhung deutlich entgegen. Nach fünf Runden erwarten die Beschäftigten ein sichtbares Signal, dass die Konzernleitung verstanden hat und endlich ein abschlussfähiges Angebot vorlegt."

Die Tarifkommission der IG  BAU hat vor der Pandemie ein Einkommensplus von 6,8 Prozent und eine Entschädigung der Wegezeiten zu den Baustellen beschlossen. Die Arbeitgeber verweigern eine faire und gerechte tabellenwirksame Entgelterhöhung und bieten lediglich eine minimale Wegezeitenentschädigung und Tabellenerhöhung an.




Hochtief: Haustarifverhandlungen stehen auf Messers Schneide