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IG BAU: „Ohne Wegezeitentschädigung kein Abschluss“

Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe gescheitert und gehen in die Schlichtung / Arbeitskampf droht

feiger
(© IG BAU)
22.09.2021
Pressemitteilungen 2021

"Die Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe am gemeinsamen Tisch sind nach der fünften Runde gescheitert. Die Bauunternehmer*innen wollen mit uns partout nicht ernsthaft über das Thema Wegezeit sprechen“, sagt der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Robert Feiger.

 „Da lassen wir aber nicht locker. 60 Kilometer fahren im Schnitt die Baubeschäftigten zu Ihren Einsatzorten und haben darauf keinerlei Einfluss, heute hier, morgen dort. Dafür müssen sie ordentlich und fair, abhängig vom Fahrweg, entschädigt werden.“ Im vergangenen Jahr hatte es dazu einen Einstieg gegeben.

Die Arbeitgeber*innen wollten nur ein weiteres Lohn- und Gehaltsangebot vorlegen, wenn wir unsere Forderung zur Wegezeitentschädigung zurückziehen.

„Welche Forderungen wir aufstellen, bestimmen wir immer noch selbst“, sagt Feiger in Richtung der Verhandlungsführer auf der anderen Seite des Tisches.

„Etwa 350 Tarifverträge – auch sehr komplexe - verhandeln wir pro Jahr erfolgreich in freien Verhandlungen, nur hier im Bauhauptgewerbe ist das nicht möglich“, sagt IG BAU- Vorstandsmitglied Carsten Burckhardt, der für das Bauhauptgewerbe und die Baustoffindustrie zuständig ist. So wurde über die ursprünglichen Forderungen der IG BAU von 5,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt und Ost-West-Angleich gar nicht mehr gesprochen.

Für die beiden Gewerkschafter ist die Haltung der Unternehmer*innen bei der derzeitigen exzellenten konjunkturellen Lage in der Bauwirtschaft unverantwortlich. „Die Bauwirtschaft hat große Aufgaben vor sich und der Fachkräftemangel wird immer eklatanter, hier verpassen die Baufirmen eine große Zukunftschance.“

burckhardt

Feiger und Burckhardt gehen davon aus, dass die Bundestarifkommission der IG BAU am 27. September dem Bundesvorstand vorschlagen wird, die Schlichtungsstelle anzurufen, die dann nach sieben Tagen ihre Arbeit aufnehmen muss. „Wir haben es oft genug betont, die Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter haben die Nase voll. Die Bauarbeitgeber*innen haben die Verhandlungen viel zu lange hingezogen, Ende Juni ist der vorige Tarifvertrag schon ausgelaufen. Die Zeichen stehen auf Arbeitskampf.“

Im Bauhauptgewerbe sind rund 890.000 Männer und Frauen beschäftigt

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