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IG BAU begrüßt Wiedereinführung der Meisterpflicht

dietmar schäfers
© IG BAU (Alexander Paul Englert)
09.10.2019
Pressemitteilungen 2019

Zum heutigen Beschluss des Bundeskabinetts, die Meisterpflicht in zwölf Handwerksberufen wieder einzuführen, erklärt Dietmar Schäfers, Stellvertretender Bundesvorsitzender der Handwerksgewerkschaft IG BAU:

Heute ist ein guter Tag für das Handwerk – für die Beschäftigten, für sauber wirtschaftende Betriebe und für die Kunden. Die Novelle der Handwerksordnung im Jahr 2004 war ein Fehler, der zu mehr Pfusch, Dumping-Wettbewerb und zum Rückgang der Ausbildungszahlen geführt hat. Die jetzt beschlossene Wiedereinführung der Meisterpflicht insbesondere bei Fliesenlegern und Lichtreklameherstellern war überfällig. Nun müssen weitere Berufe folgen. Das gilt vor allem für das Gebäudereiniger-Handwerk.

Es hat 15 Jahre gedauert, bis Deutschland wieder zur Meisterpflicht für Fliesenleger zurückgefunden hat. Nach der Abschaffung der Meisterpflicht für insgesamt 93 Gewerke durch Arbeits- und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement unter Rot-Grün in 2004 haben 3 GroKos und eine schwarz-gelbe Koalition im Bund dieses drängende Thema ignoriert.

Ebenso die extreme Zunahme von Ein-Mann-Firmen im Fliesenlegerbereich mit Kombiwagen und Do-it-yourself-Know-how. Die Zahl der Betriebe in der Branche wuchs von 12.400 Ende 2003 auf 69.300 Ende 2018 – eine regelrechte Explosion. Gleichzeitig haben wir eine Implosion der Qualität erlebt. Das Schlagwort vom "Pfusch am Bau" bringen sehr viele Menschen zuerst mit dem Fliesenleger-Solo-Unternehmer in Verbindung.

Vom ersten Tag an hat die IG BAU aus guten Gründen dagegengehalten und Tacheles geredet: Die Wiedereinführung der Meisterpflicht ist für die Gewerkschaft immer ein Muss gewesen. Die Meisterpflicht, die jetzt vom Fliesenleger bis zum Schildermacher für Leuchtreklame zurückkommt, ist ein erster, wichtiger Schritt. Andere Handwerksbereiche müssen hier allerdings noch folgen.