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Klima-Faktor Wald: IG BAU fordert mehr Personal für Forstwirtschaft

harald schaum
© IG BAU (Alexander Paul Englert)
25.09.2019
Pressemitteilungen 2019

Mehr Forstpersonal für den klimageschädigten Wald: Vor dem „nationalen Waldgipfel“ am heutigen Mittwoch  in Berlin fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zusätzliche Fachkräfte für die Forstwirtschaft. „Der klimagerechte Umbau des Forstes – weg von Monokulturen, hin zum Mischwald – ist eine Mammutaufgabe, die sich nur mit zusätzlichem Personal stemmen lässt“, so der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Harald Schaum.

Nach Informationen der Gewerkschaft ging die Zahl der Forstbeschäftigten seit dem Jahr 2000 je nach Bundesland und Art des Betriebes um bis zu 50 Prozent zurück. „Besonders rächt sich jetzt der jahrelange Personalabbau bei der öffentlichen Hand“, kritisiert Schaum.

Allein um die Schäden aus den Dürre-Jahren 2018 und 2019 zu beheben, sind nach Einschätzung der IG BAU Tausende zusätzliche Beschäftigte – vom Förster bis zum Forstwirt– notwendig. „Hinzu kommt ein enormer Bedarf für die Aufforstung, die die für den Forst zuständige Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner angekündigt hat“, so Schaum. Ohne eine massive Personal-Aufstockung in den Bundes-, Kommunal- und Landesforsten, aber auch in den Privatwäldern sei das Anpflanzen und die Pflege Millionen neuer Bäume nicht zu schaffen. 

Nach Einschätzung der IG BAU ist hierfür ein zusätzlicher Forstbeschäftigter pro 1.000 Hektar Wald notwendig. Bei elf Millionen Hektar Wald in Deutschland ergibt sich damit ein Mehrbedarf von 11.000 Beschäftigten, die sich jeweils zur Hälfte auf den privaten und öffentlichen Forst aufteilen, erklärt Schaum. „Die ersten Bundesländer haben bereits mit der zusätzlichen Übernahme von Auszubildenden oder Plänen zur Aufstockung reagiert. Der Kampf um die besten Köpfe für die qualifizierte Arbeit im Forst bleibt jedoch eine riesige Aufgabe“, so der Gewerkschafter.

Das Potential für den Klimaschutz ist groß: Die heimischen Wälder kompensieren nach Angaben der letzten Bundeswaldinventur rund 62 Millionen Tonnen CO2 und damit immerhin sieben Prozent der deutschen Treibhaus-Emissionen. Eine Studie der ETH Zürich kam vor kurzem zu dem Schluss, dass eine globale Aufforstung bis zu zwei Drittel des vom Menschen verursachten CO2-Ausstoßes ausgleichen könnte – wenn Wälder auf einer Fläche der USA angepflanzt würden.