Bauarbeiter
(Foto: Matthew Hamilton / Unsplash)
17.09.2021
Pressemitteilungen 2021

Am 22. September ist die vorerst letzte Verhandlungsrunde für einen neuen Tarifvertrag.

"Nach insgesamt vier Verhandlungsrunden haben die Arbeitgeber am 22. September die letzte Chance, sich mit uns auf einen neuen Tarifvertrag am Verhandlungstisch zu einigen, sonst wird es mehr als ungemütlich. Denn wenn auch die sich anschließende Schlichtung scheitert, kommt der Arbeitskampf", sagt unmissverständlich der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Robert Feiger. Die IG BAU fordert 5,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt, den Angleich der Ostlöhne an das Westniveau sowie eine Weiterentwicklung der in der letztjährigen Schlichtung vereinbarten Wegezeitentschädigung hin zu einer endlich angemessenen Bezahlung der Baubeschäftigten für die vielen Fahrten zu ihren Einsatzorten. "Das Baugewerbe war die Konjunkturlokomotive auch in den schlimmsten Tagen der Pandemie und die Beschäftigten leisten nach wie vor hervorragenden Einsatz, Wirtschaftskurven und Auftragslage zeigen nach oben, Fachkräfte werden dringend benötigt. Wie man sich da weigern kann, ein ordentliches Angebot für die Beschäftigten zu machen, ist uns ein Rätsel", so Feiger.
 
Carsten Burckhardt, zuständiges Vorstandsmitglied für das Bauhauptgewerbe, nimmt noch einmal die Wegezeit in den Fokus. "Die Bauarbeiter*innen haben oft sehr lange Anfahrtswege, diese variieren sehr stark, heute hier, morgen dort. Sie haben keinen Einfluss auf ihre Einsatzorte und bekommen dafür nichts entschädigt. Das ist und bleibt unfair. Entsprechend ist die Stimmung unter den Beschäftigten. Hier nur von Unmut bei den Beschäftigten zu reden, wäre schon ziemlich untertrieben."
 
Am Verhandlungstag selbst wird es – Stand heute – an insgesamt 15 Standorten in ganz Deutschland zu Protestaktionen kommen: vom Bauarbeiterfrühstück über Demos und Kundgebungen bis hin zu verlängerten Mittagspausen. "Die Beschäftigten werden zeigen, dass sie hinter ihren Forderungen stehen. Und das ist dann nur ein weiterer Schritt Richtung Arbeitskampf", so Burckhardt. Was die Bau-Arbeiternehmer*innen nämlich auch umtreibt ist die Tatsache, dass der "alte" Tarifvertrag schon am 30. Juni ausgelaufen ist. "Das ist eine unzumutbare Hängepartie."
 
In der Baubranche sind rund 890 000 Männer und Frauen beschäftigt.

IG BAU: "Letzte Chance – Schlichtung und Streik am Bau drohen"