Robert Feiger
Robert Feiger (© IG BAU, Alexander Paul Englert)
01.07.2021
Pressemitteilungen 2021

Zu den heute von der BG BAU (Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft) bekanntgegebenen Unfallzahlen auf Deutschlands Baustellen im vergangenen Jahr erklärt der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, IG BAU-Chef Robert Feiger:

Die Zahl von 97 Bau-Beschäftigten, die bei ihrer Arbeit im vergangenen Jahr ums Leben kamen, ist erschreckend. Wenn die tödlichen Unfälle auf dem Bau damit gegenüber dem Vorjahr um 39 Prozent zugenommen haben, ist das ein deutliches „Alarmsignal“. In den letzten fünf Jahren hat es keine vergleichbar hohe Zahl an Todesfällen gegeben. Wir müssen diese dramatische Entwicklung stoppen. Jeder Unfall auf dem Bau ist einer zu viel.

Die Unfallzahlen sind ein dickes Ausrufungszeichen, den Arbeits- und Gesundheitsschutz noch ernster zu nehmen. Wir sind es den Beschäftigten schuldig, Arbeitsgefahren so weit wie möglich zu minimieren. Da sind vor allem kleinere Betriebe noch mehr gefordert. Sicherheit auf den Baustellen muss oberste Priorität haben. Mit ihrer Präventionsarbeit leistet die BAG BAU hierzu einen wichtigen Beitrag.

Was neben der Prävention aber mindestens genauso wichtig ist, ist ein Ausbau der staatlichen Arbeitsschutzkontrollen in den Bundesländern. Hier gibt es ein klares Überwachungsdefizit. Beim Arbeitsschutz darf nicht nur auf die Eigenverantwortung der Unternehmen gesetzt werden. Wir brauchen einen höheren Kontrolldruck auf die Betriebe, die es mit der Sicherheit nicht wirklich ernst und genau nehmen.

Die zuständigen Behörden in den Bundesländern haben schlichtweg zu wenig Personal, um zu kontrollieren, ob Sicherheitsvorschriften in den Betrieben auch tatsächlich eingehalten werden. Nach dem neusten Bericht „Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz“ des Bundesarbeitsministeriums stehen den zuständigen Behörden der Länder insgesamt nur 1.439 Aufsichtsbeamte mit Arbeitsschutzaufgaben in Vollzeit zur Verfügung. Das sind viel zu wenige. Eine wirksame und intensive Überwachung des Arbeitsschutzes ist so nicht möglich – das betrifft gerade auch den Bau.