Robert Feiger
Robert Feiger (© IG BAU, Alexander Paul Englert)
09.09.2021
Pressemitteilungen 2021

Der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Robert Feiger ruft zur Teilnahme an der für nächsten Samstag, 11. September, geplanten Großdemonstration in Berlin gegen hohe Mieten und Verdrängung auf.

"In den vergangenen zehn Jahren hat die Anzahl der Menschen, die auf eine Wohnung mit niedriger, bezahlbarer Miete unbedingt angewiesen sind, dramatisch zugenommen – um sage und schreibe 1,28 Millionen. Deshalb ist unsere Forderung an die kommende Bundesregierung klar: Die Neubauzahlen müssen hoch, damit sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt wieder entspannt." Konkret sieht Feiger den Neubau-Bedarf bis 2025 bei rund 1,5 Millionen Wohnungen. "Und das müssen vor allem Sozialwohnungen und bezahlbare Wohnungen sein."

Fast die Hälfte der 8,4 Millionen Haushalte in Deutschlands Großstädten müssen mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete ausgeben, wie Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung zeigen. Erschwerend kommt hinzu: nur noch 1,1 Millionen Wohnungen in Deutschland sind preisgebundenen Wohnungen.

Der IG BAU-Chef spricht sich auch für die Einführung einer neuen Wohngemeinnützigkeit aus. "Es ist höchste Zeit, dem Gemeinwohl wieder Vorfahrt vor Profitinteressen zu geben. Solch eine Gemeinnützigkeit hatte die bereits in der alten Bundesrepublik für bezahlbares Wohnen und einen adäquaten Bestand an Sozialwohnungen gesorgt. Ihre Abschaffung in den frühen 90er-Jahren war ein großer Fehler und trägt Mitschuld an der heutigen Situation auf dem Wohnungsmarkt, auf dem sich steigende Mieten und Grundstückspreise wechselseitig befeuern."

Zum Hintergrund: Gemeinnützige Wohnungsunternehmen erfüllen soziale Vorgaben insbesondere beim Mietpreis, sie akzeptieren eine enge Begrenzung ihrer Gewinne und investieren Erträge wieder in den Wohnraum. Im Gegenzug erhalten sie Förderungen und steuerliche Vorteile.

IG BAU-Chef Feiger ruft zur Großdemo in Berlin auf