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Online Veranstaltungsreihe: Klimakrise, Digitalisierung und co. – Wandel in der Landwirtschaft aus Sicht von Beschäftigten

Online Veranstaltungsreihe
11.01.2023
Forst- und Agrarwirtschaft

Zu einer Online-Veranstaltungsreihe lädt das PECO-Institut, unterstützt durch die Landwirtschaftliche Rentenbank, ein. Die Termine finden an vier Donnerstagen im Februar und März statt, Anmeldungen gehen an [Bitte aktivieren Sie Javascript]

Übersicht:

2. Februar 2023, 19 Uhr
Arbeit 4.0 - Auswirkungen der Digitalisierung auf Beschäftigte
Dr. Louisa Prause, Humboldt-Universität zu Berlin

Der Einsatz digitaler Technologien in der Landwirtschaft ist per se nichts Neues. In den letzten Jahren hat sich jedoch die Entwicklung und Einführung neuer digitaler Technologien, von Hackrobotern bis daten-basierten Präzisionsanalysen von Feldern, beschleunigt. Gleichzeitig steht der Landwirtschaft im Kontext der Klimakrise ein weitreichender Transformationsprozess bevor und auch hier soll die Digitalisierung helfen. Was bedeutet die Einführung digitaler Technologien in diesem Kontext für Beschäftigte in der Landwirtschaft und was sind die Trends für die Zukunft?

Aufbauend auf unserem Forschungsprojekt BioMaterialities an der Humboldt Universität zu Berlin gebe Ich einen kurzen Überblick über den Stand der Digitalisierung der Landwirtschaft in Deutschland und zeige auf, wie Digitalisierung und eine klimafreundlichere Landwirtschaft in der Agrarpolitik zusammengedacht werden. Ich diskutiere dann einige Tendenzen, wie diese Technologien Arbeit in der Landwirtschaft verändern und welches Wissen und welche Fähigkeiten zukünftig in der Landwirtschaft bedeutsam werden.

9. Februar 2023, 19 Uhr
Umbau der Nutztierhaltung - Folgen für Beschäftigte in den Ställen und auf den Höfen
Christian Rehmer, Agora Agrar

Der Umbau der Nutztierhaltung wird in den nächsten 15 bis 20 Jahren zu besseren Haltungsbedingungen für die Tiere und geringeren Auswirkungen für die Umwelt führen. Der Trend zu weniger gehaltenen und geschlachteten Tiere wird anhalten und durch die klimapolitischen Verpflichtungen Deutschlands zunehmen.

Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen für die Beschäftigten auf den landwirtschaftlichen Betrieben und in den Schlachthöfen? Welche Sorgen verbinden Beschäftigte mit sinkenden Tierbeständen? Welche Verbesserungspotentiale ergeben sich daraus? Hat das Auswirkung auf die Arbeitsbedingungen oder nur auf die Anzahl der Beschäftigten?

Nach einem Einführungsvortrag von Christian Rehmer (Agora Agrar) wollen Wir gemeinsam mit Euch über Auswirkungen und die Rolle von Beschäftigte im Umbauprozess der Tierhaltung diskutieren und gewerkschaftliche Positionen/Forderungen in den Blick nehmen.

16. Februar 2023, 19 Uhr
Arbeitnehmerinnen - Einblicke in die Arbeitssituation von weiblichen Beschäftigten
Dr. Christine Niens, Georg-August-Universität Göttingen

Was motiviert Frauen in der Landwirtschaft tätig zu sein? Welche Erfahrungen haben familienfremde Angestellte und weibliche Auszubildende an ihrem Arbeitsplatz gemacht? Konnten Urlaubsansprüche durchgesetzt werden und stellen Überstunden nur eine Ausnahme dar? Inwieweit ist die Gleichstellung der Geschlechter in der Landwirtschaft verwirklicht und welche Sorgen und Wünsche haben weibliche familienfremde Angestellte und Auszubildende?

Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Christine Niens. Die vorgestellten Ergebnisse stammen aus bundesweit durchgeführten Interviews und schriftlichen Befragungen, die im Rahmen der "Angestelltenstudie", einem Teilprojekt des durch das BMEL finanzierten Forschungsvorhabens "Die Lebenssituation von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben in ländlichen Regionen Deutschlands – eine sozio-ökonomische Analyse" im Jahr 2021 durchgeführt wurden. 

9. März 2023, 19 Uhr
Stress lass nach! Psychische Gesundheit in Zeiten der Klimakrise
Ines E. Walter, Diplom-Psychologin, Psychologist for Future

 An diesem Abend wollen wir einen Blick auf das Thema psychische Belastungen am Arbeitsplatz legen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Auswirkungen, die aufgrund des Klimawandels entstehen können.

Die Arbeit in der Landwirtschaft führt zu einer höheren Wahrnehmung der Folgen des Klimawandels auf Tiere und Pflanzen: emotionale Belastung hervorgerufen durch Wetterextreme wie Hitze & Dürre können den Alltag erschweren. In einer internationalen Studie wird der Klimawandel als einer der drei wichtigsten Faktoren für die mentale Gesundheit von Landwirt*innen identifiziert. Ein Zusammenhang zwischen den Auswirkungen der Klimakrise auf das Wohlbefinden von Menschen in der Landwirtschaft wird jedoch so konkret noch nicht diskutiert! Gemeinsam mit der Referentin, die sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels auf die psychische Gesundheit beschäftigt, wollen wir schauen, ob und welche besonderen Belastungen für uns als Arbeitnehmer*innen in den Grünen Berufen bestehen und welche Handlungsmöglichkeiten existieren, um hiermit umzugehen.