Fragezeichen
(Foto: Evan Dennis / Unsplash)
19.09.2022
OGT-News

Der Gewerkschaftstag ist laut Satzung der IG BAU das höchste beschlussfassende Gremium, welches sich (normalerweise) alle vier Jahre trifft. Durch Corona und den damaligen Einschränkungen hat sich dieser allerdings um ein Jahr, also vom Herbst 2021 auf den Herbst 2022, verschoben.

Was macht den Gewerkschaftstag so wichtig?

An diesen vier Tagen wird Bilanz gezogen, die Bundesvorstandsmitglieder berichten darüber, was in unserer IG BAU an Aktivitäten durchgeführt wurde, was aus den Anträgen des letzten Gewerkschaftstages wurde und wie die IG BAU Einfluss auf die Politik genommen hat. Sei es in der Bundes- oder Tarifpolitik.

Aber natürlich schauen wir auch nach vorne und es wird ein straffes Programm geben:

Die Delegierten wählen nicht nur den neuen Bundesvorstand, sondern beraten über 220 Anträge und 23 Entschließungen und bestimmen somit sowohl die inhaltliche, als auch politische Ausrichtung unserer IG BAU für die nächsten vier Jahre.

Wer ist dabei?

Als stimmberechtigte Delegierte werden in den Bezirksverbänden insgesamt 240 bis 270 Personen gewählt. Die genaue Anzahl je Bezirksverband, den so genannten Delegiertenschlüssel, legt der Gewerkschaftsbeirat fest.

Die Delegierten und Ersatzdelegierten aus den Bezirksverbänden werden wiederum auf dem Bezirksverbandstag gewählt.

Zusätzlich kommen der Bundesjugendausschuss, der Gewerkschaftsbeirat und der Bundesvorstand, weitere Gäste aus der Politik und Verbänden, die uns nahe stehen, sowie von anderen deutschen und internationalen Gewerkschaften.

Wer kann Anträge an den Gewerkschaftstag stellen?

Es gibt tatsächlich sehr viele Möglichkeiten, Anträge an den Gewerkschaftstag zu stellen.

Und zwar sind dies folgende Konferenzen und Gremien:

Bezirksverbandstage, der Gewerkschaftsbeirat, der Gewerkschaftsrat, der Bundesvorstand, die Bundesjugend-, Bundesfrauen- und Bundesseniorenkonferenz, die Bundeskonferenz Forst und Naturschutz, die Bundesbetriebs- und –personalrätekonferenz, sowie die Bundesfachgruppenkonferenzen.

Wie kommen die Beschlüsse zustande?

Über die Anträge abstimmen dürfen die Delegierten aus den Bezirksverbänden, die Mitglieder des Gewerkschaftsbeirats und des Bundesvorstands. Entscheidend ist die einfache Mehrheit. Bei einer Stimmengleichheit gilt ein Antrag als ablehnt.

Bei Satzungsänderungen braucht es die Zustimmung von zwei Dritteln der Stimmberechtigten.

Wer entscheidet zwischen den Gewerkschaftstagen?

Der Beirat ist laut Satzung das höchste entscheidende Organ zwischen den Gewerkschaftstagen.

Er nimmt unter anderen Berichte des Bundesvorstandes entgegen, stimmt über Richtlinien und Beschlussfassungen ab.

Der Beirat besteht aus den von den Bezirksverbandstagen gewählten Mitgliedern, zwei von der Bundesjugendkonferenz gewählten Mitgliedern und den Mitgliedern des Bundesvorstandes.

Wie werde ich Delegierter oder Delegierte?

Für dieses Mal ist es leider zu spät. Für das nächste Mal kann es aber gar nicht früh genug sein. Besuche Mitgliederversammlungen bei Dir vor Ort. Im Mitgliedermagazin "Der Grundstein/Der Säemann" und über das Bezirksverbandsbüro kannst Du erfahren, wann sich beispielsweise der nächste Ortsverband oder die Fachgruppe für Deine Branche treffen. Letztere ist übrigens auch wichtig, wenn Du bei unseren Tarifbewegungen aktiv werden möchtest.

Über diese Gruppen hast Du die Möglichkeit, als Delegierte*r zum Bezirksverbandstag geschickt zu werden. Dort wiederum wird abgestimmt, wer den Bezirksverband beim nächsten Ordentlichen Gewerkschaftstag vertreten soll.

Wenn es einen Ordentlichen Gewerkschaftstag gibt, gibt es dann auch einen "Unordentlichen"?

In bestimmten Situationen ist es möglich, einen Außerordentlichen Gewerkschaftstag einzuberufen. Das entscheidet dann der Gewerkschaftsbeirat. Einen Außerordentlichen Gewerkschaftstag braucht es außerdem, wenn ein Vorstandsmitglied ausscheidet und es mehr als sechs Monate bis zum nächsten Ordentlichen Gewerkschaftstag sind.