Seitenpfad:

Rechtsschutz: Was bedeutet die Zeitumstellung für Beschäftigte?

Frühling
(Foto: Simon Berger / Unsplash)
25.03.2022
Service

In der Nacht vom 26. auf den 27. März werden die Uhren wieder auf Sommerzeit gestellt. Damit wir verlieren alle eine Stunde Schlaf. Doch was ist, wenn man in dieser Nacht arbeiten muss? Und was ist, wenn man am Montag verschläft, weil man sich noch nicht an die neue Zeit gewöhnt hat?

Wie jedes Jahr im Frühjahr werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt, und zwar von zwei Uhr auf drei Uhr. Das hat zum einen den erfreulichen Effekt, dass es dann abends dann länger hell ist. Auf der anderen Seite verkürzt sich die Nacht um eine Stunde und damit auch der Schlaf. Das Aufstehen am Sonntag und vor allem am Montag dürfte vielen schwer fallen.

Zeitumstellung in der Nachtschicht

Aber was ist mit den Beschäftigten, die während der Umstellung arbeiten müssen? Auch für sie verkürzt sich die Nacht und damit die Arbeitszeit. Sie müssen also eine Stunde weniger arbeiten, bekommen diese aber entsprechend auch nicht bezahlt.
 
Dies ist natürlich erfreulich für diejenigen, die einen festen Monatslohn erhalten, da sich hier nichts ändert. Wer aber nach Stunden bezahlt wird, verliert den Anspruch auf Bezahlung, da die Stunde ja nicht gearbeitet worden ist.
 
Die Nachtschichtzuschläge für diese Stunde entfallen in jedem Fall, da sie eine tatsächliche Erschwernis ausgleichen sollen. Und diese Erschwernis besteht ja nicht, wenn nicht gearbeitet wurde.
 
Die Stunde muss nicht nachgearbeitet werden, auch nicht während der zusätzlichen Arbeitsstunde bei der Zeitumstellung im Oktober. Die Pflicht zur Arbeitsleistung ist bezogen auf diese Stunde ersatzlos entfallen.

Verspätung am Montagmorgen

Wenn am Sonntag eine Stunde Schlaf fehlt, fällt das Aufstehen nicht nur am Sonntag, sondern auch am Montag schwer. Wer sich noch nicht umgewöhnt hat, der läuft Gefahr, der inneren Uhr zu folgen und damit zu verschlafen.
 
Besonders groß ist die Gefahr natürlich, wenn man vergessen haben sollte, den Wecker auf Sommerzeit umzustellen.
 
Wer verspätet zur Arbeit erscheint, dem droht eine Abmahnung. Die Zeitumstellung taugt als Ausrede kaum, weil sie ja alljährlich erfolgt. Auch Presse, Funk und Fernsehen berichten meist frühzeitig über die bevorstehende Umstellung.
 
Wer dennoch von der Zeitumstellung überrascht wird und sich nicht entsprechend darauf einstellt, ist selbst schuld und muss gegebenenfalls mit einer Abmahnung rechnen.

Sollte die Zeitumstellung nicht abgeschafft werden?

Da die von der Zeitumstellung erhofften positiven Effekte ausgeblieben sind, gibt es seit längerer Zeit Bestrebungen, sie abzuschaffen. Im Jahr 2018 sprachen sich in einer europaweiten Online-Befragung der EU-Kommission 84 Prozent der Teilnehmenden für die die Abschaffung der Zeitumstellung aus.
 
Daran anschließend sprach sich auch das Europäische Parlament dafür aus, die Zeitumstellung abzuschaffen. Seitdem hat sich allerdings nicht mehr viel getan. Denn nun wäre es Sache der Mitgliedstaaten festzulegen, welche Zeit künftig für sie gelten soll.
 
Den dadurch drohenden Flickenteppich wollen aber insbesondere die EU-Verkehrsminister verhindern. Zuletzt hieß es in einem öffentlichen Dokument der rumänischen Ratspräsidentschaft im Juni 2019 deshalb: "Ein EU-weit harmonisierter und koordinierter Ansatz ist von entscheidender Bedeutung, um Zeitzonen-Flickenteppiche zu vermeiden und das reibungslose Funktionieren des EU-Binnenmarktes zu gewährleisten."
 
Solange sich die Mitgliedstaaten also auf keine einheitliche Zeit geeinigt haben, werden die Uhren weiterhin im Frühling und im Herbst umgestellt.

Wie war das nochmal?

Zum Schluss noch ein Hinweis für alle, die regelmäßig vor der Frage stehen, ob die Uhr nun vor- oder zurückgestellt werden muss. Es gibt einen guten Merksatz, die sogenannte "Café-Regel":
 
Die Cafés stellen im Frühling die Tische vor die Tür (Uhr im Frühling eine Stunde vorstellen) und im Herbst stellen sie sie wieder zurück (Uhr im Herbst eine Stunde zurückstellen).

Der Beitrag erschien ursprünglich beim DGB Rechtsschutz.