KuG
27.03.2020
Gebäudereinigung

Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie müssen soziale Schieflagen verhindert werden! Beschäftigte dürfen keine Einkommensverluste erleiden. Daher muss das Kurzarbeitergeld dringend aufgestockt werden.

An die Politik haben wir die Forderung gerichtet, das gesetzliche Kurzarbeitergeld für die Dauer dieser besonderen Situation von 60 Prozent beziehungsweise 67 Prozent auf 90 Prozent zu erhöhen. Im Moment scheint der Schwerpunkt der politischen Diskussion dahin zu gehen, die Unternehmen zu stützen, indem zum Beispiel den Unternehmen für die Dauer der Kurzarbeit 100 Prozent der Sozialversicherungsabgaben erstattet werden.

Dies verlangt die Verpflichtung der Arbeitgeber*innen zur Weitergabe des Arbeitnehmer*innenanteils an den erstatteten Sozialversicherungsbeiträgen an die Beschäftigten. Denn die bisherigen Maßnahmen stützen im Moment vor allem die Unternehmen. Die Beschäftigten dürfen nicht vergessen werden. Die Politik muss die entsprechenden Rechtsverordnungen deshalb korrigieren.

Wir sehen in anderen europäischen Ländern, dass es in dieser Krise zu Komplettschließungen von Betrieben, Betriebsabteilungen, Werken und Büros, Einzelhandel und Hotels sowie tausenden Dienstleistern kommen kann. Dies kann auch bei uns passieren und würde für die Beschäftigten und deren Familie einen plötzlichen Einkommensverlust von 40 Prozent im Haushaltseinkommen bedeuten. Dies führt Millionen von Arbeitnehmer*innenhaushalten bei laufenden Mieten und Verpflichtungen in existentielle Nöte. Besonders Niedrigverdiener*innen treffen massive Einkommensverluste hart.

Das müssen wir gemeinsam verhindern!

Als IG BAU fordern wir mit allen anderen Gewerkschaften gemeinsam in dieser Krisensituation soziale Verantwortung ein.

Viele Branchen und Unternehmen zeigen diese Verantwortung, indem sie Tarifverträge zur Aufstockung bei Kurzarbeit abgeschlossen haben. Dort, wo dies noch nicht geschehen ist, fordern wir die Arbeitgeber*innen auf, schnellstens auf unser Angebot zu Tarifverhandlungen einzugehen. 

Wir wissen, dass viele Betriebsrät*innen aktuell in Verhandlungen für eine Betriebsvereinbarung zur Umsetzung der Kurzarbeit sind. Auch hier müsst Ihr versuchen, Aufstockungen zu vereinbaren. Die IG BAU-Vertreter*innen unterstützen mit Rat und Tat. Eine Aufstockung auf 90 Prozent ist angemessen.

Ruft Eure*n örtlichen Bundestagsabgeordnete*n an.

Schreibt eine Mail oder einen Brief. Erzählt ihm*ihr, was mit 60, beziehungsweise 67 Prozent KuG mit Euch und Euren Familien passiert.

Die Politik muss auch im Interesse der Arbeitnehmer*innen handeln. Und sie möge bitte entsprechende Regelungen treffen.

Hier bekommt Ihr die Kontaktdaten Eurer Abgeordneten: https://www.bundestag.de/abgeordnete