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Tarifkonflikt: Reinigungskräfte protestieren in Köln für höhere Löhne

ulrike laux
Ulrike Laux (© IG BAU, Alexander Paul Englert)
19.10.2020
Pressemitteilungen 2020

Sie sorgen für die Hygiene in Schulen, Krankenhäusern und Büros, müssen aber weiterhin auf eine Lohnerhöhung warten: Reinigungskräfte aus dem Raum Köln protestieren am kommenden Dienstag (20. Oktober) für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

Unter Wahrung der Kölner Corona-Vorschriften wollen sie mit einer Kundgebung ihrem Unmut über die Blockadehaltung der Arbeitgeber*innen in den bisherigen Tarifverhandlungen Luft machen, so die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Per Video werden Reinigungskräfte aus der ganzen Republik zugeschaltet. Hintergrund ist die Fortsetzung der Tarifrunde für die bundesweit rund 700 000 Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk.

Die IG BAU fordert in den laufenden Verhandlungen, den Einstiegsverdienst für Gebäudereinigerinnen um 1,20 Euro auf nun zwölf Euro anzuheben. Die Lohnuntergrenze für Glas- und Fassadenreiniger soll um denselben Betrag auf 15,30 Euro pro Stunde steigen. Die Arbeitgeber hätten bisher kein Angebot vorgelegt, obwohl das Handwerk wirtschaftlich gut dastehe. Nach IG BAU-Informationen steuert die Branche auch in der Pandemie auf ein weiteres Rekordjahr mit einem Umsatz von rund 20 Milliarden Euro zu. "Die Reinigungskräfte sind empört über das Null-Angebot. Sie erwarten mehr Anerkennung für ihren Job", sagt Ulrike Laux, Verhandlungsführerin und Mitglied im IG BAU-Bundesvorstand.

Die Corona-Pandemie habe die Leistung der Beschäftigten noch einmal offensichtlich gemacht. Reinigungskräfte hätten eine hohe Mehrbelastung zu stemmen und setzten sich täglich einem erhöhten Infektionsrisiko aus. "Die Arbeit der Gebäudereinigerinnen ist systemrelevant. Aber dafür wird ihnen jetzt keinerlei Wertschätzung entgegengebracht", kritisiert Laux.

Am 20. Oktober gehen die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) bereits in die dritte Runde. Die IG BAU fordert für die Beschäftigten auch den Einstieg in die Zahlung von Weihnachtsgeld in Höhe von 80 Stundenlöhnen. Zudem 100 Euro mehr bei der Ausbildungsvergütung.