Harald Schaum
Harald Schaum (Foto: JGFoto / IG BAU)
30.09.2022
Pressemitteilungen 2022

Antrag auf IG BAU-Gewerkschaftstag verabschiedet. 11 000 neue Stellen für Forst-Umbau notwendig.

Die Wald-Klima-Schutz-Kampagne der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) wird fortgesetzt. Das haben die Delegierten des 23. Gewerkschaftstages gestern Abend [29. September 2022] in Kassel beschlossen. "Darüber freue ich mich sehr, konnten wir doch die Kampagne als eigene Marke etablieren. Sie hat mittlerweile bundesweit sehr viel Aufmerksamkeit bekommen", sagte Harald Schaum, Vizebundesvorsitzender der IG BAU und für den Bereich Forst zuständig. Gestartet wurde die Aktion im Jahr 2019 mit einer Demonstration vor einem Tagungshotel in Berlin, in dem damals der Waldgipfel stattfand.

"Der Klimawandel hat in den vergangenen Jahren zu massiven und großflächigen Waldschäden geführt. Denken wir nur aktuell an die lange Dürreperiode in diesem Sommer", sagte Schaum auf dem Gewerkschaftstag. Deshalb müsse der Wald umgehend so umgestaltet werden, dass er eine Widerstandskraft gegenüber den negativen klimatischen Einflüssen entwickelt. Dafür sei es notwendig, fachlich qualifiziertes Personal über alle Berufsgruppen der Branche hinweg auszubilden und einzustellen. "Wir fordern einen Stellenaufbau von 11 000 Beschäftigten in den Waldbetrieben und Verwaltungen, das entspricht einem Beschäftigten pro 1000 Hektar. Anders ist das nicht zu schaffen, sonst ist unser Wald nicht zu retten", so Schaum. Zudem müssten die Forstleute auch finanziell so ausgestattet werden, dass sie die Umgestaltungen auch realisieren können.

Ferner verabschiedeten die rund 350 Delegierten einen Antrag, in dem die heimischen Wälder künftig mehr dem Naturschutzgedanken untergeordnet werden sollen. "Wir wollen keine nur an Gewinn ausgerichtete forstliche Bewirtschaftung, wir brauchen eher eine Sicherung der der nationalen Biodiversität", heißt es darin.

Wald-Klima-Schutz-Kampagne wird fortgesetzt