Robert Feiger
Robert Feiger (© IG BAU, Alexander Paul Englert)
27.04.2022
Pressemitteilungen 2022

Statement des Bundesvorsitzenden der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Robert Feiger zum Auftakt des "Bündnisses bezahlbares Wohnen":

"Ich freue mich sehr darüber, dass Bundesbauministerin Klara Geywitz schon nach kurzer Zeit die Initiative ergreift und zum Auftakt des Bündnisses für bezahlbares Wohnen einlädt. Bei den zu bewältigenden Aufgaben ist dies ein sehr guter Schritt. Für die IG BAU ist wichtig, dass es eine gute und faire Arbeit am Bau gibt. Denn ohne genügend Beschäftigte nützen alle Anstrengungen nichts, um überhaupt all‘ die geplanten Vorhaben zu bauen. Deshalb muss es in dem Bündnis auch um die Arbeits- und Fachkräftegewinnung gehen.

Der Bau steht unter hohem Konkurrenzdruck zu anderen Branchen, die ebenfalls händeringend Fach- und Arbeitskräfte suchen und oft deutlich attraktivere Beschäftigungsbedingungen, vor allem für jüngere Arbeitnehmer*innen, anbieten können – die Stichworte sind hierzu 'work-life-balance' und 'höhere Löhne'. Ein Fingerzeig für die mangelhafte Attraktivität des Baus ist die hohe Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze. Laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit konnten im März 2022 allein im Hoch- und Tiefbau rund 10 000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden, eine Steigerung zum Vorjahr von 5,2 Prozent.

Aber wie will man junge Menschen von einer Berufsausbildung in einer Branche überzeugen, in der die Löhne für Facharbeiter*innen aktuell nach unten zu rutschen drohen? Aktuelles und trauriges Beispiel ist der Wegfall der Branchenmindestlöhne. Wir müssen die Bauberufe wieder attraktiv machen und das geht nur, wenn wir der laufenden Erosion der Tarifbindung und Lohngefüge Einhalt gebieten. Die IG BAU steht für konstruktive Lösungen bereit, es braucht aber die Bereitschaft aller Tarifpartner."

Statement des IG BAU Chefs Robert Feiger zum Auftakt des "Bündnisses bezahlbares Wohnen" / "Wir brauchen genügend Beschäftigte, die das alles bauen"