Junge BAU


Alternativer Jugendgipfel: Europäische Jugend macht Ansagen!

Unsere Ansage: Stop Talking - Start Acting


© IG BAU (b_engel)
Berlin, 03.07.2013
Im Kanzleramt tagt Angela Merkels Jugendgipfel: die europäischen Staats- und Regierungschefs und die Arbeits- und SozialministerInnen. Nicht mehr ganz so jugendliche Damen und Herren in dunklen Anzügen, Sommerkostümen, Business-Hosenanzügen. Nebenan im TIPI, dem Zelt am Kanzleramt, brennt die Luft an diesem Sommer-Vormittag. Jeans, T-Shirts und leichte Sommerkleidung sind dort der Dresscode. Hier berät Europas Jugend.

Im TIPI hat die europäische Gewerkschaftsjugend zum Alternativen Jugendgipfel geladen. Und von dort aus geht aus in einem bunten Demonstrationszug vor's Kanzleramt. Hier wird gezeigt: die Jugend hat eine Stimme. Diese Krise hat viele jugendliche Gesichter!

DGB-Vorsitzender Michael Sommer begrüßte die TeilnehmerInnen des Alternativen Jugendgipfels höchst persönlich. "Fast jeder vierte Jugendliche in Europa hat keine Arbeit und keinen Ausbildungsplatz, Tendenz steigend. Diese Zahl spricht Bände und ist ein Offenbarungseid für die Staats- und Regierungschefs in Europa. Wir fordern: Handeln Sie endlich! Die Zeit der wohlfeilen Worte und Absichtserklärungen ist vorbei."
 
Vom DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller gab's einleitende Worte und den klaren Hinweis: " Die Jugend ist systemrelevant. Niemand soll behaupten, für sie sei kein Geld da. Binnen kürzester Zeit waren die Staats- und Regierungschefs in Europa in der Lage, dreistellige Milliardenbeträge für die Rettung der Banken zur Verfügung zu stellen. Gerettet wurden diejenigen, die die Krise verursacht haben. Wenn jetzt im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit geknausert wird, wird unser aller Zukunft verspielt. Und die Staats- und Regierungschefs müssen sich die Frage gefallen lassen, ob ihnen das Wohl der europäischen Jugend weniger am Herzen liegt als das Wohl von Finanzmanagern und Bankern."

In der folgenden Diskussionsrunde mit Jugendlichen aus Frankreich, Griechenland, Italien, Irland, Litauen, Spanien und Portugal wurde deutliche: diese Jugend hat eine Stimme. Taten müssen folgen!

Am Vormittag: Begrüssung und Diskussion im TIPI © IG BAU

Unter dem Motto "Jugend macht Ansagen! Stop talking, act now! geht es kurz nach 13 Uhr begleitet von lautem rhythmischen Trommeln in einem bunten Demonstrationszug zum Kanzleramt. An der Spitze des Zuges: die junge BAU mit ihrem Transparent "Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut".

"Die hohe Arbeitslosigkeit schnürt der jungen Generation in Europa die Kehle zu. Die Politik ist gut beraten, wenn sie sich von Sonntagsreden verabschiedet. Wir brauchen wirksame, zukunftsgerichtete Maßnahmen, die den jungen Menschen helfen!", sagt Robert Feiger, stellvertretender Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) anlässlich des Gewerkschaftsjugendgipfels am 3. Juli in Berlin.

Die jungen Gewerkschaftsmitglieder aus ganz Europa haben eine klare Forderung. Die Jugendarbeitslosigkeit muss wirksam bekämpft werden. Ihre Kritik: Die Staats- und Regierungschefs bewegen sich von Gipfel zu Gipfel, ohne konkrete Maßnahmen zu präsentieren.

Für IG BAU-Vize Feiger ein gefährliches Spiel: "Die Junge Generation durchschaut das Spiel. Sie sieht, wie schnell man sich auf Rettungspakete für Banken einigt und wie wenig gegen die Jugendarbeitslosigkeit getan wird."

Die Politik müsse mehr tun, als sich mit Willensbekundungen im Wahlkampf zufrieden zu geben. Es sei Zeit zu handeln. Gezielte Investitionsmaßnahmen wären ein erster Schritt dazu. Weitere Gipfel ohne Ergebnisse würden weiteren gesellschaftlichen Sprengstoff anhäufen.

Blieben weitere Schritte aus, hätte dies fatale Folgen: "Da wird eine verlorene Generation in Kauf genommen. Das ist eine Gefahr für den sozialen Frieden in Europa. Das kann niemand wollen."

Feiger ermutigte die jungen Menschen ihren Unmut weiter zu zeigen. Die Politik müsse merken, dass sie falsch handle.

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