Baustoffindustrie


Beton- und Fertigteilindustrie im Osten: Lohn für mutigen Einsatz


© IG BAU
13.04.2013
Die konfliktreiche Tarifrunde für die Beton- und Fertigteileindustrie in den Regionen Mitte-Ost und Mecklenburg-Vorpommern ist erfolgreich beendet worden. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat sich nach langen Verhandlungen mit den Arbeitgebern auf ein Ergebnis geeinigt.

Die Arbeitgeber mussten erkennen, dass die Kolleginnen und Kollegen vor Ort bereit sind, für ihre Ziele auf die Straße zu gehen. Mit Streiks setzten sie einige Betriebe matt und somit ihre Forderung nach einem ersten Schritt in Richtung Westlohn durch.

„Die Zeiten der Zurückhaltung im Osten der Republik sind endgültig vorbei“, stellte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Harald Schaum erfreut fest. „Die Arbeitnehmer dort sind mehr und mehr bereit, für bessere Einkommen auch zu streiken. Damit haben die Arbeitgeber nicht gerechnet. Das jetzige Ergebnis zeigt: Niedrige Löhne im Osten sind kein Naturgesetz – Kämpfen lohnt sich.“

Nach dem Ablaufen einer Erklärungsfrist ist das Tarifergebnis nun endgültig unter Dach und Fach. Dieses gestaltet sich wie folgt: Die Löhne steigen in zwei Stufen. Rückwirkend zum 1. März gibt es ein Plus von 60 Cent die Stunde. Ab 1. September steigen sie um weitere 48 Cent. Die Gehälter werden zum 1. März um 70 Euro im Monat angehoben und zum 1. September um weitere 60 Euro. Zudem gibt es Einmalzahlungen von insgesamt 250 Euro. Auszubildende erhalten ab dem 1. März und ab dem 1. September in allen Lehrjahren 20 Euro mehr pro Monat.

„Das Ergebnis zeigt, was die Beschäftigten mit Mut und Ausdauer erreichen können. Wir haben endlich den ersten großen Schritt zur Angleichung der Ost-Einkommen an den Westen in diesem Tarifgebiet erzielt“, sagte Schaum.

Weitere werden folgen.

Ein Beitrag unserer Kollegin Christiane Nölle in der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann" 4/2013.

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