Baustoffindustrie


Bundesfachgruppen gehen selbstbewusst ans Werk


© IG BAU (Kalle Meyer)
06.03.2014
Auch wenn der IG BAU dieses Jahr verhältnismäßig wenige Tarifverhandlungen in der Baustoffindustrie bevorstehen, heißt das noch lange nicht, dass sich die Branche auf ihren Lorbeeren ausruhen kann. Das wurde auf der Bundesfachgruppenkonferenz Baustoffindustrie deutlich.

Rund 80 Kolleginnen und Kollegen der einzelnen Bereiche der Baustoffindustrie kamen am 21. und 22. Februar in der IG BAU-Bildungsstätte Steinbach zusammen, um die Ereignisse aus 2013 Revue passieren zu lassen und um gemeinsam nach vorne zu blicken. Dabei half das zuständige IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Harald Schaum. „Ich habe an dieser Branche eine Menge Spaß“, bescheinigte er den Bundesfachgruppenmitgliedern. „Und will mit euch noch vieles hinkriegen und erreichen.“

Die Bilanz des vergangenen Jahres könne sich durchaus sehen lassen. Im Osten gab es beispielsweise endlich einen spürbaren Schritt Richtung Westniveau beim Einkommen – dank des Engagements der Beschäftigten vor Ort die für ihre Forderungen gekämpft haben – bis hin zum Streik.

In diesem Jahr gelte es in den Tarifrunden Steine-Erden Hessen und Thüringen, der Ziegelindustrie sowie in der Betonindustrie Ost einiges auf die Beine zu stellen. Dabei sollte der Blick auch immer wieder in Richtung Tarifverhandlungen Bau schweifen. Denn „die Baustoffindustrie hängt an vielen Stellen eng mit der Bauwirtschaft zusammen“, so Schaum.

Auch die anstehenden Betriebsratswahlen dürften nicht vernachlässigt werden. „Wir sind in den Betrieben gut aufgestellt und so soll es auch bleiben.“

Die „Baustoffindustrie ist nach wie vor ein wichtiger Bereich der IG BAU“, betonte Robert Feiger, IG BAU-Bundesvorsitzender. Nur gemeinsam könne man die gesteckten Ziele für die kommenden vier Jahre erreichen: „Faire Arbeit“ in allen Branchen. Einzelne Forderungen der IG BAU hätten sich zwar schon im Koalitionsvertrag niedergeschlagen, dies sei aber „ausbaufähig“. Besonders beim Thema Rente. „Wer ein Leben lang hart gearbeitet hat, muss von seiner Rente auch menschenwürdig leben können.“ Faire Arbeit bedeutet gute Löhne, gute Rente.

Auch beim Thema Mindestlohn liege noch einiges im Argen. „Jede Arbeit und aller Arbeit Wert liegt über 8,50 Euro“, betonte Feiger. „Bei der Diskussion über den Mindestlohn dürfen wir unsere Tariflöhne nicht vergessen“, mahnte er. Der Mindestlohn stelle nur eine Untergrenze dar und kein Allheilmittel. Trotzdem ist sei es unerlässlich, diesen einzuführen. „Rund fünf Millionen Menschen arbeiten in Deutschland für weniger als 8,50 Euro die Stunde“ und müssen aufstocken, um über die Runden zu kommen. Somit sei der nun gemachte erste Schritt ein enorm wichtiger. Aber eben nicht der letzte. Dafür gilt es sich einzusetzen – mit und in der IG BAU.

„Wir sollten uns nicht auf Berlin verlassen, sondern weiterhin eigenes Engagement aufbauen und auf den Weg bringen.“

Damit stieß Feiger bei den Bundesfachgruppenmitgliedern Baustoffindustrie auf offene Ohren. Diese diskutierten selbstbewusst und engagiert ihre Vorhaben für das kommende Jahr. Besonders unter dem Aspekt „Faire Arbeit“.

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