Landwirtschaft


EFFAT-Kongress: IG BAUler mittendrin statt nur dabei


04.12.2014
In Wien fand vom 19. bis 21. November der 4. EFFAT-Kongress statt. (EFFAT = Europäischer Verband der Landwirtschafts-, Lebensmittel- und Tourismusgewerkschaften). Mit dabei: eine Delegation der IG BAU.

So nahm am Frauenkongress der EFFAT nahm Karin Cordes von unserer Gewerkschaft teil. Rund 100 Teilnehmerinnen beschäftigten sich nach der Wahl der neuen Frauenausschussvorsitzenden Marianne Landa aus Österreich in erster Linie mit der Situation der Hausangestellten in Europa. Es sind überwiegend Migrantinnen, die häufig in Schwarzarbeit in Haushalten beschäftigt sind und sehr oft ausgebeutet werden. Sprachschwierigkeiten und Unkenntnis über ihre Rechte lassen sie die erschreckenden Beschäftigungsverhältnisse aushalten.

Pia Staelpert und Inge Gielis aus Belgien zeigten in einem Film die in ihrem Land eingeführten Dienstleistungsschecks für Haushaltshilfen als Organisationsmöglichkeit für Hausangestellte in einem regulären Arbeitsmarkt. Die allgemein schlechtere Bezahlung von Frauen war ein weiteres Arbeitsthema. Die Prioritäten der EFFAT-Arbeit zur Geschlechtergleichstellung im Arbeitsprogramm 2015-19 wurden gemeinsam verabschiedet.

An den beiden Folgetagen fand der eigentliche EFFAT-Kongress statt, zu dem als weitere Delegierte Kätchen Nowak, Rüdiger Müller, Korbinian Sedlmaier, unsere Jugendsekretärin Natascha Ponczeck, Thomas Hentschel vom PECO-Institut und Holger Bartels anreisten.

Neben vielen organisatorischen Programmpunkten stand die Wahl der neuen EFFAT-Präsidentin Therese Guovelin aus Schweden und des Stellvertreters Ermanno Bonaldo aus Italien an. Als Generalsekretär wurde Harald Wiedenhofer wiedergewählt, diverse Ausschussmitglieder in ihren Funktionen bestätigt.

Kätchen Nowak und Holger Bartels gehören weiterhin der EFFAT-Exekutive an, Karin Cordes und Korbinian Sedlmaier sind ihre Stellvertreter, Natascha Ponczeck ist die IG BAU-Vertreterin im EFFAT Jugendausschuss. Das EFFAT-Arbeitsprogramm 2015-19 unter dem Titel „Priorität für ein Europa, das all seinen Bürgerinnen und Bürgern eine Zukunft mit menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen bietet“ wurde von verschiedenen Seiten beleuchtet.

Der Jugendausschuss nahm die Kongressteilnehmer mit in die Probleme der Jugendbeschäftigung: „Genug von ihrer Krise - zurück zu unserer Zukunft!“, ein Slogan, der in zwie lebendigen Filmprojekten gezeigt und diskutiert wurde.

In einer weiteren Session „Geschlechtergleichstellung jetzt! – Gleicher Lohn für Frauen und Männer“ wurden beispielhafte Kampagnen von EFFAT-Mitgliederorganisationen zu diesem Thema vorgestellt und Empfehlungen an die EFFAT ausgesprochen.

Das dritte Thema der hieß „Für einen fairen und menschenwürdigen EU-Arbeitsmarkt“, moderiert von Maria Jepsen, Direktorin der Forschungsabteilung des Europäischen Gewerkschaftsinstituts. Die Prekäre Beschäftigung ist schon in den vergangenen fünf Jahren ein Schwerpunkt in der EFFAT-Arbeit gewesen.

Am 18. und 19.11. fand gleichzeitig die Mittel-, Ost- und Südosteuropakonferenz „Identifizierung der Prioritäten zur Überwindung der Krise und der Implementierung der Strategie Europa 2020 zur Förderung der Beschäftigung“ statt, an der Arnd Spahn, EFFAT-Agrarsekretär (IG BAU), teil nahm.
In diesen Tagen wurde viel diskutiert, Positives für Arbeit in Europa auf den Weg gebracht und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder einmal deutlich, wie wichtig unser Zusammenwirken der Gewerkschaften in Europa ist.

Ein Beitrag unserer Kollegin Karin Cordes, Vorstandsmitglied der Bundesfachgruppe Landwirtschaft

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