IG BAU - die tun was! (2008)


Forst-Azubis: Klare Worte für den Minister

Ausbildungskonferenz von IG BAU und Forst-Hauptpersonalrat


© IG BAU
03.10.2008
Dienstagmittag 13 Uhr in Erfurt: Mehr als 70 Forst-Azubis versammeln sich am 30. September im CongressCenter Messe Erfurt. Sie diskutieren auf Einladung der IG Bauen-Agrar-Umwelt mit „ihrem“ Minister. Es geht um ihre berufliche Zukunft – und um die Zukunft des Thüringer Waldes.

„Neue Arbeitsverfahren, hochproduktive Technik und computerunterstützte Prozesse haben dazu beigetragen, unseren Wald wesentlich effizienter zu bewirtschaften. Aber der ‚Faktor Mensch’ ist und bleibt die wichtigste Voraussetzung, um dieses sensible und komplexe Ökosystem verantwortungsbewusst zu pflegen und zu bewirtschaften“, hören die Azubis von ihrem obersten Dienstherrn in seiner Ansprache zu Konferenzbeginn.

Diese wichtigste Voraussetzung Mensch mit seinen Leistungen und seiner Bedeutung für die Forstwirtschaft mehr in den Mittelpunkt stellen, ihn nicht nur als Kostenfaktor sehen, das ist das Anliegen der Ausbildungskonferenz, die IG BAU und Forst-Hauptpersonalrat erstmals gemeinsam durchführen. Nicht zuletzt Stürme wie Kyrill zeigen, wie wichtig der Mensch ist, um die Folgen solcher Naturkatastrophen zu beseitigen, Schäden zu begrenzen. Gut aufeinander eingespielte Teams sind da eine wichtige Voraussetzung, um auch langfristig wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen.

Bisher war es in Thüringen keine Frage: nach der Ausbildung war Schluß, keiner der Azubis wurde vom Freistaat übernommen. Das soll sich nun ändern. Den 63jährigen Dr. Volker Sklenar, Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt im Freistaat Thüringen, macht die engagierte Diskussion mit seinen jungen Forst-Azubis nachdenklich. Nach anfänglichem Zögern spricht er sich für einen Ausbildungsverbund aus. Die Ausbildungskonferenzen mit den Jugendlichen, der IG BAU, Ministerium und Vertretern des Landtages sollen fortgesetzt werden. Der Minister sprach sich auch für die Erhaltung des Einheitsforstamtes aus.

Die IG BAU und die Jugendlichen fordern, dass die Auszubildenden nach der Ausbildung übernommen werden. Bisher konnte die IG BAU nur den Mitgliedern der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) helfen. Gegen deren Übernahme hatte der Freistaat geklagt – das will er nun immerhin unterlassen. Jedes Mitglied einer JAV im Thüringer Forst kann nun einen Antrag auf Übernahme stellen und bekommt ein festes Arbeitsverhältnis. Ein Erfolg der IG BAU und des Hauptpersonalrats.

Für die Forst-Azubi’s gibt’s noch eine weitere Zusage: erstmals soll über einen Einstellungskorridor verhandelt werden. Wie der genau aussehen soll, wird in den kommenden Wochen beraten.

Nach der gut eineinhalbstündigen Diskussion mit dem Minister ist für die Azubis klar: „Wir haben etwas erreicht bei unserer Auseinandersetzung mit dem Freistaat, wir bleiben dran. Es lohnt sich, wenn man sich mit einem starken Partner für seine Interessen einsetzt.“

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