Gartenbau und Floristik


Mehr Geld für Schwerstarbeit am Blumenstrauß gefordert

Für das Blumenbinden sollen die Floristinnen bald mehr Geld verdienen.
Für das Blumenbinden sollen die Floristinnen bald mehr Geld verdienen. © IG BAU
27.03.2013
Gerade zu Ostern erledigen sie Schwerstarbeit am Blumenstrauß: die bundesweit gut 49.000 Floristinnen. Sie machen einen kreativen Handwerksjob. Aber der ist unterbezahlt, meint die Floristen-Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

In der derzeitigen Tarifrunde für die Kolleginnen in den westlichen Bundesländern, die am 8. April fortgesetzt wird, fordert die IG BAU 6,5 Prozent mehr Geld. Am Ende des Monats hätte eine ausgebildete Floristin, die von morgens bis abends im Blumenladen steht, dann rund 100 Euro brutto mehr im Portemonnaie.

Ziemlich düster stellt sich die Tarifsituation der Floristinnen im Osten der Republik dar. Hier fordert die IG BAU einen Stundenlohn von 8,50 Euro als untere Lohngrenze. Das ist das Minimum. In diesem Zusammenhang kritisiert die IG BAU eine jahrelange Tarifblockade der Arbeitgeber. Diese hätten sich seit neun Jahren gegen jede Lohnanhebung gesperrt. Es gebe Blumenläden, in denen Beschäftigte mit einem Stundenlohn zwischen 4 und 5 Euro abgespeist würden. Damit muss endgültig Schluss sein. Darüber hinaus soll nach Ansicht der IG BAU die Wochenarbeitszeit von derzeit 41 auf künftig 39 Stunden, wie im Westen längst üblich, reduziert werden.

Die Arbeit in der Floristik ist ein Knochenjob: Floristinnen binden nicht nur bunte Sträuße. Ihr Arbeitstag fängt häufig früh morgens mit Kistenschleppen auf dem Markt an. Und er endet abends mit dem Abbau der Dekoration. Arbeit an Wochenenden und an Feiertagen ist die Regel.

Auch der Blumenhandel hat mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Schon deshalb sei es notwendig, den Beruf der Floristin finanziell deutlich attraktiver zu machen. Nach Angaben der IG BAU ist die Floristik fest in Frauenhand: Knapp 95 Prozent aller Beschäftigten seien weiblich.

Die Tarifverhandlungen für die heimischen Floristinnen in den östlichen Bundesländern kommen direkt nach einem erfolgreichen Abschluss in den alten Ländern auf die Tagesordnung.

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