Frauen


„Über Probleme im Alltag hinausdenken“


© IG BAU
27.09.2012
Vom 5. bis 7. Oktober treffen sich in Steinbach die Delegierten zur Bundesfrauenkonferenz. "Glückkonferenz" lautet das Motto. Warum? Das erläutert das zuständige IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Bärbel Feltrini im Interview.

Die Bundesfrauenkonferenz im Oktober trägt den Namen „Glückskonferenz“. Worum handelt es sich?
So nennen wir in diesem Jahr die Bundesfrauenkonferenz vor dem Gewerkschaftstag. Der Titel „Glückskonferenz“ weist auf den Inhalt hin. Das Thema „Glück“ ist eine Zuspitzung des IG BAU-Mottos „Arbeit. Leben. Gerechtigkeit.“ Ganz bewusst stellen wir die provozierende Frage: Was macht Frauen glücklich? Damit wollen wir die Teilnehmerinnen neugierig machen. So wird gleichzeitig deutlich, dass es keine Konferenz wird, auf der nur satzungstechnische Punkte abgearbeitet werden.

Was versteht Ihr unter Glück?
In Veranstaltungen fällt den meisten erst einmal das persönliche Glücksempfinden ein, etwa Familie, Freunde, Gesundheit. Doch die Diskussion entwickelt sich bald zu der Frage: Was macht eine glückliche Gesellschaft aus? Bisher wird am Bruttoinlandsprodukt (BIP) abgelesen, wie es einem Staat geht. Das war aber noch nie richtig. Nicht jede Steigerung des BIP trägt zum gesellschaftlichen Glück bei. In Zeiten von Mini-Wachstum fragen jetzt sogar Politik und Wissenschaft im Rahmen der Glücksforschung, ob es nicht sinnvoller ist, staatliches Handeln an der Zufriedenheit der Menschen in einem Land auszurichten.

Was hat Gewerkschaftsarbeit mit dieser Form des Glücks zu tun?
Die Antwort auf die Frage nach einer glücklichen Gesellschaft ist Solidarität, und das ist ein ureigenes Gewerkschaftsthema. Ebenso zeigen die Untersuchungen, dass die Lebenszufriedenheit dort steigt, wo die Ungleichheit gering ist. Deshalb können wir aus den Erkenntnissen der Glücksforschung eigene politische Forderungen ableiten.

Kritiker halten Lebenszufriedenheit für etwas rein Persönliches. Sie bezweifeln, dass sich aus der Glücksforschung politische Aufträge ergeben können.
Gut möglich, dass es den Statistikern schwerfällt, das Glück genau zu zählen. Darum geht es uns aber auch gar nicht. Wichtiger ist die Erkenntnis, dass es Sinn macht, das eigene Leben in die Hand zu nehmen, um die persönliche Zufriedenheit zu steigern. Eine Möglichkeit dafür ist etwa das ehrenamtliche Engagement in der Tarifarbeit der IG BAU, damit die Löhne steigen.

Warum beschäftigen sich die IG BAU- Frauen damit?
Eigentlich geht es hier um ein Thema, das nicht nur Frauen, sondern die gesamte IG BAU betrifft. Die Frauen beschäftigten sich aber bereits seit den Anfängen der Krise damit. Wir haben uns gefragt, was in unserer Gesellschaft besser würde, hätten Frauen die Hälfte der Macht. Für die Teilnehmerinnen an unseren Seminaren ist es motivierend und spannend, über ihre Alltagsprobleme hinauszudenken. Und es ergeben sich immer wieder Ideen für die ehrenamtliche Arbeit vor Ort.

Das Interview ist in der September-Ausgabe der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann" erschienen. Die Fragen stellte Ruprecht Hammerschmidt.

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Kontakt

Sylvia Honsberg
Bundesfrauensekretärin
IG BAU-Bundesvorstand VB IV, Gebäudereiniger-
handwerk und Bildung
Frauenreferat
Olof-Palme-Str. 19
60439 Frankfurt/ Main
mailto: frauenE-Mail-Adresseigbau.de
Sekretariat

Marion Fahrenbruch
IG BAU-Bundesvorstand VB IV, Gebäudereiniger-
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