IG BAU - die tun was! (2012)


Welttag für menschenwürdige Arbeit: Junge BAU fordert Ende des Befristungswildwuchses


© IG BAU
07.10.2012
Die Gruppe der jungen Beschäftigten in der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Junge BAU, fordert anlässlich des Welttags für menschenwürdige Arbeit einen fairen Umgang mit jungen Menschen am Arbeitsplatz. „Wer in jungen Jahren sein Leben plant, braucht ein Minimum an Sicherheit“, sagte IG BAU-Bundesjugendsekretär Christian Beck.

„Selbst in den reichen Industrienationen werden aber junge Arbeitnehmer oftmals als flexible Beschäftigungsreserve missbraucht. Das gilt auch für Deutschland. Hierzulande werden viel zu wenige nach einer erfolgreichen Ausbildung übernommen. Und wer es doch schafft, bekommt dann oft nur einen befristeten Vertrag. Da herrscht ein richtiger Wildwuchs. Der Start ins Berufsleben wird so bereits mit der Angst vor Arbeitslosigkeit gekoppelt. Das ist alles andere als eine solide Basis für eine selbstbestimmte Zukunft.“

Inzwischen ist jede zweite Neueinstellung befristet. Bei jungen Menschen liegt die Quote sogar deutlich höher. Die Junge BAU setzt sich vehement für die Abschaffung solcher sachgrundlosen Befristungen ein. Gleichzeitig fordert sie die Arbeitgeber auf, den jungen Beschäftigten auch nach der Ausbildung eine Chance durch eine geregelte Übernahme zu bieten.

Das dies möglich ist, zeigt etwa der Tarifvertrag im Dachdeckerhandwerk, in dem die IG BAU eine Übernahmeregelung durchsetzen konnte. „In Zeiten von Fachkräftemangel nützen gute Arbeitsbedingungen auch den Arbeitgebern“, stellte Beck fest. „Im Kampf um die guten Köpfe werden solche Branchen und Betriebe die Nase vorn haben, die ihrem Nachwuchs nicht nur ein gutes Gehalt bieten sondern auch faire Zukunftschancen.“