Senioren


Wie war „Das Leben der Anderen“ ?


© IG BAU
06.05.2015
Wie war „Das Leben der Anderen“ in der DDR? Das wollten Kolleginnen und Kollegen aus den Bezirksseniorenvorständen der Region Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen (SATS) wissen.

Gemeinsam mit Vertretern des IG BAU-Bundesseniorenvorstandes und weiteren Teilnehmern trafen sich die Vorstandsmitglieder der Seniorenvorstände aus den Bezirksverbänden der SATS-Region vom 16. bis 18. März im Augustinerkloster zu Erfurt, um an einem Seminar des Arbeitnehmerzentrums Königswinter teilzunehmen.

Keiner der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war bisher mit einem IM (Informellen Mitarbeiter der Stasi), einem betroffenen Zeitzeugen oder einem Menschen, der aktiv den Widerstand gegen das DDR-Regime organisierte, ins Gespräch gekommen.

Das alles konnte an diese drei Tagen geschehen, denn Hartmut Rosinger, ehemaliger IM und späteres Mitglied eines Bürgerkomitees, Rainer Schneider, als 17-jähriger Erfurter Schüler verhaftet und eingesperrt im Stasi- Gefängnis Andreasstraße in Erfurt, und Dr. Ehrhart Neubert, Pfarrer und Mitbegründer des demokratischen Aufbruchs, gaben mit interessanten Details aus ihrem persönlichen Erleben in der DDR und bei der Umgestaltung viel Gesprächsstoff und beantworteten zahlreiche Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Phasen der Stille und Ergriffenheit wurden abgelöst von Erstaunen und Fassungslosigkeit bei den Anwesenden. Viel Respekt und Achtung wurde den Vortragenden entgegengebracht, die mit Mut und persönlichem Einsatz für Recht und Gerechtigkeit eintraten und so auch Repressalien und Angriffen ausgesetzt waren.

All das Vorgetragene wurde beim Besuch der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße Erfurt mit Bildern und Dokumenten den Seminarteilnehmern deutlich gemacht. Der Besuch im Zellentrakt des ehemaligen Stasi-Gefängnisses, in dem der Zeitzeuge Rainer Schneider auch die Zelle zeigte, in der er untergebracht war, beeindruckte alle Besucher tief, wie auch die Berichte über die Verhörmethoden und die Behandlung der Häftlinge, Männer wie auch Frauen.

Das Fazit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Seminar drückte Kollegin Helga Wittich-Schmalfuß aus dem Seniorenvorstand Dresden so aus: „Es ist gut, dass das alles vorbei ist, dass es Menschen gegeben hat, die sich engagiert haben und am Ende den Mut hatten, in einer friedlichen Revolution den Grundstein für ein vereintes Deutschland zu legen.“

Der Dank der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für dieses informative Seminar galt besonders Antonia Härtel, die als Bildungsreferentin des AZK Königswinter mit großem Engagement für eine gelungene Veranstaltung gesorgt hat.

Ein Beitrag unserer Kollegin Elke Garbe.