Dachdecker-, Gerüstbauer- und Steinmetzhandwerk


Bau- und Ausbauverbände koordinieren Tarifpolitik

27.10.2017
Die Tarifpartner der Bau- und Ausbauverbände haben sich auf eine bessere Koordinierung ihrer tarifpolitischen Arbeit verständigt. Beteiligt sind neben dem Dachdeckerhandwerk weitere sieben Gewerke sowie das Baugewerbe und die Bauindustrie. Auf Gewerkschaftsseite nehmen die IG BAU und die IG Metall teil.

Ziel der Verbändevereinbarung ist es, für tarifgebundene Bau- und Ausbaubetriebe Unklarheiten darüber zu beseitigen, welche tariflichen Branchen-Regelungen bei Mindestlöhnen oder Sozialkassenbeiträgen für ihre Mitarbeiter angewendet werden.

Bisher mussten derartige Streitigkeiten oft in kostenintensiven Gerichtsverfahren geklärt werden oder führten zu Einsprüchen und damit Verzögerungen bei Allgemeinverbindlicherklärungen.

Die wichtigsten Bausteine der Verbändevereinbarung:

  • ein Verfahren zur Koordinierung der Geltungsbereiche der jeweiligen Tarifverträge,
  • die Einbeziehung der Tarifvertragsparteien bei Konflikten von tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen mit Sozialkassen,
  • ein Konsultationsverfahren der SOKA-BAU zur Regelung unklarer Abgrenzungsfragen,
  • die Bereitschaft der jeweiligen Sozialkassen – Malerkasse, SOKA-DACH, SOKA Gerüstbau und ZVK Steinmetz – im Bedarfsfall entsprechende Verfahrensvereinbarungen zu treffen sowie
  • neue Abgrenzungskriterien für das Elektro-, Metall-, SHK- sowie Tischler- und Schreiner-Handwerk, die zeitnah tarifvertraglich umgesetzt werden sollen.