Dachdecker-, Gerüstbauer- und Steinmetzhandwerk


Das Lohngerüst wackelt

Verhandlungen im Gerüstbau abgebrochen


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23.11.2017
Heute wurden die Tarifverhandlungen im Gerüstbauhandwerk abgebrochen. Grund: Nach drei Verhandlungsrunden legten die Arbeitgeber immer noch kein tragfähiges Angebot vor. Die IG BAU fordert eine Erhöhung des Ecklohns um einen Euro, sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen. Außerdem will die IG BAU mit der Einführung eines Mindestlohnes II für Facharbeiten den Wettbewerb fair gestalten.

Der Lohntarifvertrag ist seit August des Jahres ausgelaufen. Der Branchenmindestlohn läuft – ohne Nachwirkung – Ende April 2018 aus.

Die Arbeitgeber legten erstmals ein Angebot vor. Dietmar Schäfers, Stellvertretender IG BAU-Vorsitzender und Verhandlungsführer: „Sie bieten eine Erhöhung der Löhne um zwei Mal ein Prozent, mit einer zweijährigen Laufzeit an. Das bezeichneten sie als maximal verkraftbar. Als IG BAU können wir das nur als vergiftet und kläglich bezeichnen.“

Die IG BAU reagierte auf das bisherige Verhalten der Arbeitgeberseite mit Unverständnis und Fassungslosigkeit. Die Verhandlungen wurden abgebrochen. Ein letzter Versuch der IG BAU, die Situation zur Vermeidung eines Arbeitskampfes durch einen unabhängigen Schlichter zu retten, scheiterte. Eine Schlichtung lehnten die Arbeitgeber ab.

Dietmar Schäfers: „Ich habe kein Verständnis für das unverantwortliche Verhalten der Gegenseite. Die Branche steuert auf einen illegal geprägten Vernichtungswettbewerb zu. Alle Beiträge der Arbeitgeber haben sich als Nebelkerzen entpuppt. Den ernsthaften Willen zur Verantwortung für die Branche und zu einer vernünftigen Einigung kann ich nicht erkennen.“

Mehmet Korkmaz, Betriebsratsvorsitzender und selbst Gerüstbauer, sagt: „Ich habe den Eindruck, dass die Gegenseite darauf bedacht ist, die schwarzen Schafe der Branche zu schützen. Mein Appell an die Kollegen ist: Verkauft euch nicht unter Wert. Ein stolzer Gerüstbauer geht nicht unter dem Tariflohn arbeiten!“