Dachdecker-, Gerüstbauer- und Steinmetzhandwerk


Keine Feierstimmung für Gerüstbauer


© IG BAU
Dortmund, 28.11.2017
Weihnachten und die Gerüstbauer – das gehört zusammen. Aber Weihnachtsstimmung und Gerüstbauer – das passt nicht mehr zusammen. Doch der Reihe nach: Ohne Gerüstbauer hätten die Dortmunder keine XXL-Tanne auf ihrem Weihnachtsmarkt. „Denn der zentrale ‚DO-Weihnachtsbaum‘ ist aus vielen Einzeltannen zusammengesteckt – ein ‚Tannen-Puzzle made by Gerüstbauern‘.

Nur durch Gerüstbauer aus dem Revier hat Dortmund Deutschlands größten Weihnachtsbaum“, sagt Bodo Matthey von der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Westfalen. Trotzdem haben die Gerüstbauer in Dortmund und im Revier in diesem Jahr wenig mit Weihnachtsstimmung am Hut.

Der Grund: Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen für das Gerüstbauer-Handwerk stehen die Beschäftigten jetzt vor einer ungewissen Zukunft. „Die vArbeitgeber haben die Tarifrunde platzen lassen und waren nicht einmal zu einer Schlichtung bereit“, kritisiert Bodo Matthey. Der IG BAU-Regionalleiter spricht von einer „Hiobsbotschaft“ kurz vor Weihnachten.

„Die Baubranche brummt wie lange nicht, Fachkräfte werden gesucht. Wer da so extrem beim Lohn knausert, der handelt unverantwortlich.“

Rund 50 Gerüstbauer demonstrieren deshalb zum Auftakt des Weihnachtsmarkts. Mit Trillerpfeifen und Schildern fordern sie von den Arbeitgebern, an den
Verhandlungstisch zurückzukehren. Andernfalls könne es zum Streik kommen.

Matthey: „Schon jetzt verdient ein Gerüstbauer während seines Berufslebens 320.000 Euro weniger als ein Maurer. Wenn Firmen im Gerüstbau künftig überhaupt noch Gesellen finden wollen, dann müssen sie jetzt kräftig beim Lohn nachlegen.“

Die IG BAU hatte ein Plus von einem Euro pro Stunde gefordert. Außerdem soll ein spezieller Mindestlohn für Facharbeiter eingeführt werden.