Frauen


Straßenaktion in Frankfurt zum Equal-Pay-Day


16.03.2018
Angenommen Männer und Frauen hätten den gleichen Stundenlohn. Dann müssten die Frauen bis zum 18. März in diesem Jahr kostenlos arbeiten, während ihre Kollegen schon ab dem 1. Januar bezahlt werden. Das Datum des Equal-Pay-Day symbolisiert die durchschnittliche Entgeltlücke von 21 Prozent zwischen den Geschlechtern. In Frankfurt haben die Business and Professional Women ein breites Aktionsbündnis von inzwischen 15 Organisationen initiiert, die rund um den Equal-Pay in Veranstaltungen diese Diskriminierung von Frauen anprangern.

Erstmals beteiligten sich die IG BAU Frauen an einer Straßenaktion, bei der das Aktionsbündnis unter einer riesigen roten Tasche am 15. März vor der Frankfurter Hauptwache über Entgeltungleichheit informierte. Mit 79-Euro-Scheinen gingen die IG BAU-Kolleginnen auf Passanten zu und führten viele gute Gespräche zu der jahrzehntealten Gewerkschaftsforderung: „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit!“ Auch kleine Geschenke hatten sie mitgebracht. Besonders gefragt waren am Infostand die Nagelfeilen mit der Aufschrift „Krallen schärfen!“

Die meisten Leute fanden es unglaublich, dass noch immer die Arbeit von Frauen geringer honoriert wird als die der Männer. Das neue Lohntransparenzgesetz wird nach Meinung der Gewerkschafterinnen und etlicher ihrer Gesprächspartnerinnen daran nichts ändern. Die Regierung, wie auch die Tarifparteien, sind gefordert, wirksame Maßnahmen zur Schließung des Gender-Pay-Gaps zu ergreifen.

Die Entgeltlücke liegt zum Teil daran, dass Frauen für gleiche Arbeit geringer bezahlt werden. Nach wie vor haben sie auch schlechtere Karrierechancen als Männer und sind seltener in Führungsfunktionen. Vor allem aber werden frauendominierte Tätigkeiten geringer entlohnt als die Arbeit in technischen Berufen. Frauen arbeiten – bezahlt und unbezahlt - oft für und mit Menschen.

Diese sogenannte Care- oder Sorgearbeit bedarf einer größeren Anerkennung in der Bezahlung wie auch in der sozialen Absicherung. „Wir alle sind auf die Care-Arbeit angewiesen“, erklärt Sylvia Honsberg, Bundesfrauensekretärin der IG BAU. „Sie ist die Grundlage einer solidarischen Gesellschaft und gehört in das Zentrum politischen Handelns.“

Dafür setzen sich die IG BAU Frauen auf allen Ebenen ein. Von daher schließen sie sich auch dem Frankfurter Aktionsbündnis zum Equal-Pay-Day als 16. Organisation an.