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IG BAU verhandelt heute für 650.000 Gebäudereinger*innen

ulrike laux
© IG BAU (Alexander Paul Englert)
30.09.2019
Pressemitteilungen 2019

Nach den Warnstreiks der vergangenen Tage kehren am heutigen Montag die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) an den Verhandlungstisch zurück: In Frankfurt treffen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber zur sechsten Verhandlungsrunde. Dabei geht es um den zuvor von den Arbeitgebern gekündigten Rahmentarifvertrag für das Gebäudereiniger-Handwerk. Er betrifft bundesweit rund 650.000 Beschäftigte der Branche.

Vor Beginn der Verhandlungen nannte Ulrike Laux vom IG BAU-Bundesvorstand noch einmal die Forderungen der Gewerkschaft: „Ziel ist es, dass wir das Recht auf ein tarifliches Weihnachtsgeld regeln, das war und ist die wichtigste Forderung unserer Mitglieder. Außerdem steht jeder Gebäudereinigerin und jedem Glasreiniger ein Lohnzuschlag für Überstunden zu. Egal, ob Vollzeitkraft, Teilzeitbeschäftigter oder Mini-Jobberin: Wer mehr arbeitet, hat Anspruch auf einen fairen Überstunden-Zuschlag.“ Den Arbeitgebern sei allerdings ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts ein Dorn im Auge, wonach auch Teilzeitbeschäftigte Anspruch auf diese Zuschläge haben. „Der Prozess, dass die Arbeitgeber die geltende Rechtsprechung akzeptieren, scheint zu dauern. Sie schleppen sich von Verhandlung zu Verhandlung. Aber ihr Versuch, durch die Hintertür per Rahmentarifvertrag eine ‚Billig-Lohnklasse‘ ohne Überstunden-Zuschlag zu etablieren, wird scheitern“, sagte IG BAU-Verhandlungsführerin Laux. Auch das radikale Zusammenstreichen von Zuschlägen für Sonn- und Feiertagsarbeit sei mit der IG BAU nicht zu machen.

Darüber hinaus sollen Beschäftigte bei einem – in der Branche durchaus üblichen – Arbeitgeberwechsel keine Abstriche beim Urlaub mehr hinnehmen müssen. „Ein Manko im Gebäudereiniger-Handwerk ist es zudem, dass Gesellen und auch Industriereiniger mit einem viel zu niedrigen Lohn abgespeist werden. Für viele Arbeitgeber ist der Mindestlohn der Branche immer auch der ‚Standardlohn‘. Das ist eine Farce“, so Ulrike Laux. Wenn Gesellen nur den Sockellohn von 10,56 Euro pro Stunde im Westen und 10,05 Euro im Osten bekämen, dürften sich die Unternehmen über eine Fluktuation durch das Abwandern von Fachkräften nicht wundern.

„Die Umsatzzahlen in der Branche steigen weiter, aktuell über 18 Milliarden Euro. Die hohe Leistung der Beschäftigten machte dies möglich. Es wird höchste Zeit, dass die Arbeitgeber nicht mehr blockieren und tricksen. Wir erwarten von ihnen ernsthafte Verhandlungen und den Willen, sich mit uns zu einigen. Sollten auch diese Verhandlungen ohne Ergebnis bleiben, wird sich der Arbeitskampf deutlich verschärfen“, so Verhandlungsführerin Laux.

Heute gehen Verhandlungen in die 6. Runde
IG BAU verhandelt heutefür 650.000 Gebäudereiniger
IG BAU-Verhandlungsführerin Laux: „Arbeitgeber sollen nicht länger blockieren und tricksen.“