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Aufruf zum Internationalen Frauentag: für gleiche Chancen, gleiche Rechte, gleiche Würde

Logo der IG BAU Frauen
06.03.2026
Frauen

Am 8. März feiern wir wieder den Mut, die Stärke und die unermüdliche Kraft der Frauen, die tagtäglich dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft funktioniert. Doch dieser Tag ist mehr als nur eine Feier – er ist ein Aufruf zu Veränderung, ein Bekenntnis zu Gerechtigkeit und eine Forderung nach echter Gleichstellung.

Frauen haben sich das erste Mal 1909 erhoben und nach ihren Rechten verlangt. Seither ist viel geschehen, aber der Weg ist noch lange nicht zu Ende. Wir fordern Brot und Rosen – gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit und genug Geld, damit Frauen sich auch die schönen Dinge im Leben leisten können! Das ist keine Utopie, sondern ein Recht! Ein Recht, das uns seit zu vielen Jahren verwehrt wird und das wir endlich durchsetzen müssen!

Frauen leisten weltweit den größten Teil der bezahlten und unbezahlten Arbeit. Sie tragen die Verantwortung für den Haushalt, die Kinder, die Pflege und arbeiten in vielen systemrelevanten Bereichen. Ohne diese Sorgearbeit hätte niemand von uns überlebt. Frauen sind über die Hälfte der Menschheit und dennoch stark unterrepräsentiert in den entscheidenden Positionen – der Politik, den Führungsetagen der Unternehmen und den Gewerkschaften. Was wir brauchen, ist eine Gesellschaft, in der Frauen mitentscheiden. Eine Gesellschaft, in der ihre Stimmen die Prioritäten unserer Wirtschaft, unserer Arbeitswelt und unserer Organisationen mitbestimmen. Denn wahre Gleichstellung wird nur dann erreicht, wenn FRAUEN an den Tischen sitzen, an denen die Entscheidungen getroffen werden!

Viele der Frauen unserer Branchen - gerade in der Reinigungsbranche – kommen aus Migrant*innenfamilien. Sie sind oft mehrfach diskriminiert. Niedrigere Löhne, prekäre Arbeitsbedingungen und mangelnde Anerkennung formen ihren Alltag. Der Kampf für faire Löhne, für sichere Arbeitsbedingungen und für Respekt am Arbeitsplatz kann nicht getrennt vom Kampf um Gleichstellung geführt werden. Wir müssen beides einfordern: Gerechtigkeit für die Arbeit und Gerechtigkeit für das Leben! Frauen dürfen nicht nur als Arbeitskräfte gesehen werden, sie müssen als gleichwertige Partnerinnen in der Gesellschaft anerkannt werden.

In der IG BAU wissen wir: Gemeinsam sind wir stark! Fortschritte können nur erzielt werden, wenn sich Frauen und Männer vereinen und zusammen für ihre Rechte kämpfen. Denn feministische Themen sind keine "Sonderfragen" – sie sind die Grundlage für eine gerechte und faire Arbeitswelt für alle! Ein besseres Arbeitsumfeld für Frauen bedeutet ein besseres Arbeitsumfeld für alle. Wenn wir für faire Löhne, gesündere Arbeitsbedingungen und stärkere Tarifverträge kämpfen, dann verbessern wir das Leben von Hunderttausenden von Arbeitnehmer*innen und stärken die gesamte Arbeiterbewegung!

Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung von Frauen sind keine individuellen Probleme, sie sind strukturierte Barrieren, die die Gesundheit, die Sicherheit und die Würde der Frauen gefährden. Wir müssen als Gewerkschaften weiterhin sichere Räume schaffen, in denen Frauen sich erheben, sich wehren und mitgestalten können.

Am Internationalen Frauentag sollten wir uns immer wieder daran erinnern: Gleichstellung entsteht nicht von allein! Sie wird nicht durch "gute Absichten" erreicht – sondern durch Organisation, Verhandlungen, Solidarität und Mut.

An alle Frauen der IG BAU: Gemeinsam haben wir die Macht, unsere Branchen so zu gestalten, dass Würde, Respekt und Gleichstellung nicht nur leere Worte bleiben, sondern für Millionen von Arbeitnehmer*innen Realität werden!

Anlässlich des 8. März wurde unsere Kollegin Zeynep Bicici von der Zeitschrift "Frau" des Bundesverbands der Migrantinnen in Deutschland e.V. interviewt. Zeynep ist seit 13 Jahren Abteilungsleiterin im Bundesvorstand der IG BAU und Expertin für Frauen- und Gleichstellungsfragen ins besonders für die Branche, in der die meisten Frauen unserer Gewerkschaft arbeiten.

Das Interview findet ihr über diesen Link sowie als PDF unter dem Aufruf.

Mit feministisch solidarischen Grüßen
Renate Wapenhensch – Bundesfrauensekretärin der IG BAU

Der Aufruf zum internationalen Frauentag 2026 zum Herunterladen und Teilen.

Das Interview mit Zeynep Bicici, Abteilungsleiterin im Bundesvorstand der IG BAU