Nicole Simons
Nicole Simons (© IG BAU, Alexander Paul Englert)
27.11.2020
Pressemitteilungen 2020

Bessere Perspektiven für Maler-Azubis: Für die Berufsausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk gelten ab kommendem Jahr neue Standards. Der bislang zweijährige und selten nachgefragte Ausbildungsgang zum Bauten- und Objektbeschichter (BOB) wird abgeschafft. Darauf haben sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Bundesverband "Farbe Gestaltung Bautenschutz" verständigt.

"Zwei Jahre sind für eine Handwerksausbildung einfach zu wenig. Bundesweit gab es zuletzt gerade einmal 353 Abschlussprüfungen bei Bauten- und Objektbeschichtern – das sind fünf Prozent aller Abschlüsse in der Malerbranche", betont Nicole Simons, Bundesvorstandsmitglied der Gewerkschaft und für die Junge BAU zuständig. Die künftig dreijährige Ausbildung sei ein wichtiger Schritt zur Nachwuchsgewinnung und ein richtiges Signal für junge Menschen, die sich für eine Ausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk interessieren.

Der zweijährige Ausbildungsgang zum Bauten- und Objektbeschichter existiert seit 17 Jahren, führt jedoch nach Beobachtung der IG BAU allzu oft in eine "Sackgasse auf dem Arbeitsmarkt". Die "Schmalspur-Lehre" sei maßgeblich mitverantwortlich für die mangelhafte Ausbildungsqualität in der Branche. Im DGB-Ausbildungsreport belegt die Handwerkssparte unter Berufsstartern in puncto Zufriedenheit seit Jahren einen der hinteren Plätze. Zuletzt gaben nur knapp 44 Prozent der Azubis im Maler- und Lackiererhandwerk an, einen festen Ausbildungsplan zu haben.

Simons zeigt sich mit Blick auf die Neuordnung der Ausbildung zuversichtlich, "dass die Anzahl der Ausbildungsplätze in der Branche nicht abnehmen wird". Die Gewerkschafterin appelliert zugleich an die Betriebe, den Auszubildenden mehr Unterstützung zu bieten. Mit einer qualitativ hochwertigen Ausbildung falle es in Zukunft leichter, junge Menschen für die Arbeit mit Farbe und Pinsel zu begeistern.

IG BAU: "Wichtiger Schritt zur Nachwuchsgewinnung"