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Bau-Einkommen 35 Jahre nach Wiedervereinigung bundeseinheitlich
Zum 1. April 2026 steigen die Löhne und Gehälter im Bauhauptgewerbe im Westen um 3,9 Prozent und im Osten um 5,3 Prozent. Damit wird erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung ein einheitliches Einkommensniveau in Deutschland erreicht. "Das ist ein historischer Schritt. Mehr als 35 Jahre nach der Wiedervereinigung gilt endlich: Ein Land – ein Lohn, ein Gehalt. Mit der vollständigen Angleichung der Einkommen in Ost und West wird eine jahrzehntelange Ungleichbehandlung beendet. Darauf haben wir mit großer Hartnäckigkeit, unter anderem einem knapp dreiwöchigen Streik, lange hingearbeitet.", sagt Carsten Burckhardt, Stellvertretender Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und im Bundesvorstand für das Bauhauptgewerbe zuständig.
Mit der aktuellen Tariferhöhung setzen die Tarifparteien die dritte Stufe des Bau-Tarifabschlusses aus dem Jahr 2024 um. Bereits in den Jahren 2024 und 2025 waren die Einkommen deutlich gestiegen – nun folgt der bundesweit einheitliche Abschluss. Die konkreten Zahlen zeigen, was das bedeutet: Der Stundenlohn eines Baumaschinenführers oder einer Fliesenlegerin ist somit im Westen von einst 22,40 Euro auf jetzt 26,05 Euro und im Osten von einst 21,67 Euro auf jetzt 26,05 Euro angestiegen. "Die Kolleginnen und Kollegen auf dem Bau leisten jeden Tag Enormes. Sie bauen Wohnungen, sanieren Infrastruktur und stemmen die Energiewende. Angesichts dieser Leistung, der demografischen Entwicklung und des massiven Fachkräftebedarfs ist diese Lohn- und Gehaltserhöhung ein notwendiger Schritt", sagt Burckhardt.
Der Tarifabschluss zeige auch, wie wichtig Tarifverträge seien. "Gute Arbeit und eine faire Bezahlung fallen nicht vom Himmel. Sie werden organisiert, verhandelt und durchgesetzt. Deshalb ist es gut, dass der Bundestag vor kurzem das Tariftreuegesetz beschlossen hat", sagt Burckhardt. Danach werden öffentliche Aufträge nur an Betriebe vergeben, die nach Tarif bezahlen.
Im Bauhauptgewerbe arbeiten deutschlandweit rund 920 000 Frauen und Männer, allein im Westen sind es deutlich über 600 000. Der derzeitige Tarifvertrag läuft am 31. März 2027 aus.
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