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DGB-Auswertung "Arbeiten bei Hitze": Jede*r Dritte stark oder eher stark belastet
Die wichtigsten Zahlen
Laut dem DGB-Index Gute Arbeit Kompakt 03/2026, einer repräsentativen Befragung von über 4000 Arbeitnehmer*innen, fühlen sich 35 Prozent der Beschäftigten in Deutschland durch Hitze bei der Arbeit stark oder eher stark belastet.
Besonders betroffen sind Beschäftigte in Berufen, wie sie viele IG BAU Mitglieder ausüben – im Bauhauptgewerbe, in der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft, der Floristik und der Gebäudereinigung:
- Körperlich schwere Arbeit: 54 Prozent stark hitzebelastet (gegenüber 26 Prozent bei körperlich leichter Arbeit)
- Über sechs Stunden täglich im Freien: 58 Prozent stark belastet
- Arbeit in nicht klimatisierten Innenräumen: rund 50 Prozent stark belastet
- Arbeit unter hohem Zeitdruck: 48 Prozent stark belastet (gegenüber 23 Prozent bei Beschäftigten ohne Zeitdruck)
Diese Zahlen zeigen: Die Belastung ist real und wächst mit der Zahl der Hitzetage.
Warum es längst nicht mehr nur um individuelles Wohlfühlen geht
Hitze ist kein Randproblem mehr, sondern ein wachsendes Gesundheitsrisiko: Sie kann zu Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Kreislaufproblemen bis hin zu lebensbedrohlichen Herz- und Lungenerkrankungen führen. Bei Temperaturen über 30 Grad steigt zudem die Zahl der Arbeitsunfälle um durchschnittlich 8 Prozent. Auch wirtschaftlich hat das Folgen: Nach DGB-Berechnungen kostet jeder Hitzetag die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro – durch Ausfälle, Produktionseinbrüche und Unfälle.
Was wirklich hilft
Die gute Nachricht: Schutzmaßnahmen wirken nachweislich. In Innenräumen ohne bauliche Maßnahmen zur Temperaturregulierung fühlt sich rund die Hälfte der Beschäftigten stark belastet – mit geeigneten Maßnahmen dagegen sinkt dieser Wert auf 20 Prozent.
Arbeitgeber*innen sind branchenübergreifend verpflichtet, Hitze als saisonalen Belastungsfaktor in die Gefährdungsbeurteilung aufzunehmen und daraus Maßnahmen nach dem TOP-Prinzip abzuleiten: technische vor organisatorischen vor personenbezogenen Maßnahmen. Je nach Arbeitsplatz heißt das zum Beispiel:
- Auf dem Bau und im Freien: Verschattung, angepasste Arbeitszeiten, ausreichend Trinkpausen
- In Innenräumen: technische Kühlung, Lüftungskonzepte, Schichtverlagerung
Wichtig ist: Maßnahmen müssen frühzeitig geplant sein – nicht erst, wenn das Thermometer schon steigt. Und Hitze darf nicht durch andere Belastungen wie überlange Arbeitszeiten ersetzt werden.
Die rechtliche Grundlage dafür ist längst da: Die Technische Regel für Arbeitsstätten "Raumtemperatur" sowie die Empfehlung ASR A5.1 für Außenarbeitsplätze machen konkrete Vorgaben unterschiedliche Arbeitssituationen. Es fehlt nicht an Vorschriften, sondern an der Umsetzung in den Betrieben.
Mitbestimmung entscheidet
Wo Betriebs- und Personalräte am Hitzeschutz beteiligt sind, funktionieren die Maßnahmen am besten. Denn sie kennen die Arbeitsplätze vor Ort und wissen, welche Lösung zum jeweiligen Betrieb passt.
Genau hier setzt die IG BAU an: Wir unterstützen Belegschaften in allen unseren Organisationsbereichen dabei, Hitzeschutz verbindlich zu regeln. Du willst, dass der Hitzeschutz auf Deiner Baustelle, Deinem Feld oder in Deinem Gebäude verbessert wird? Sprich mit Deinem Betriebsrat oder werde IG BAU Mitglied – gemeinsam kümmern wir uns, bevor die nächste Hitzewelle kommt.
Hier erfährst Du mehr zu den Ergebnissen der Befragung.
Hier geht's direkt zum Download des DGB-Index Gute Arbeit Kompakt 03/2026 "Arbeiten bei Hitze".


