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Deutschlands Bauleute pendeln mehr als alle anderen Beschäftigten

Stau
(Stux / Pixabay)
05.06.2020
Bauhauptgewerbe

64 Kilometer, einfache Strecke – soweit pendeln die Bau-Leute hierzulande durchschnittlich. Das hat eine Studie des Pestel Instituts im Auftrag der IG BAU ergeben.

Über 5300 Mitglieder der IG BAU haben an einer repräsentativen Befragung zu ihrer täglichen Pendelstrecke teilgenommen. Die große Beteiligung zeigt: Wegezeit ist das Thema für die Beschäftigten am Bau.

64 Kilometer fahren die Bau-Leute pro Strecke: Von zuhause auf die Baustelle und am Abend wieder zurück – jeden Tag.

Zum Vergleich: Lediglich fünf Prozent der abhängig Beschäftigten fährt in Deutschland täglich über 50 Kilometer zur Arbeit (vergleiche Mikrozensus 2016). Damit pendeln Deutschlands Bau-Leute mit Abstand am weitesten und am längsten. Gleichzeitig haben sie am wenigsten Einfluss auf ihre tägliche Strecke. Denn die Baustellen wechseln regelmäßig und damit auch der Arbeitsweg.

Knapp die Hälfte der Befragten verbringt täglich über 45 Minuten auf dem Weg zum Einsatzort – zuzüglich der Rückfahrt. Ein etwa ebenso großer Anteil fährt dabei vom eigenen Zuhause direkt auf die Baustelle, der Rest von einer Sammelstelle oder vom Betriebssitz. Auffällig ist: Ab einer gewissen Einkommenshöhe nimmt die Zahl derjenigen zu, die auf einen Dienstwagen zurückgreifen können (rund 27 Prozent). Der Rest fährt mit dem eigenen PKW (knapp 44 Prozent) oder einer Firmen-Fahrgemeinschaft (rund 18 Prozent); alle anderen nutzen den ÖPNV oder andere Verkehrsmittel.

Aber: Bezahlt wird trotzdem erst ab der Baustelle. Als IG BAU wollen wir das in der aktuellen Bau-Tarifrunde ändern. Es geht dabei nicht um Kilometergeld, also die Fahrkostenerstattung – denn diese ist bereits tarifvertraglich geregelt.

IG BAU-Verhandlungsführer Carsten Burckhardt stellt darum klar:

"Uns geht es um die Entschädigung der Zeit, die die Bauleute fremdnützig für die Firma im Auto verbringen. Zeit, die ihnen für ihre Familien, Freunde und Hobbies fehlt. Zeit, die sie nicht beeinflussen können, weil die Baustellen ständig wechseln. Darum fordert die IG BAU eine Wegezeitentschädigung."

Die Pressemeldung zur Studie.