Ehrenamt: Engagiert bleiben
Peter, warum engagierst Du Dich auch nach Ende Deines Berufslebens weiterhin in unserer Gewerkschaft?
Für mich haben Werte wie Solidarität, Fairness und Mitbestimmung kein Verfallsdatum. Schon mein Opa hatte mir als Kind beigebracht: "Von nix kommt nix und wer nix tut, kann auch nix erwarten!". Das hat mich bis heute geprägt. Meine Lebenserfahrungen, aber auch meine beruflichen Erfahrungen als Bauleiter und aus vielen Jahren als Betriebsrats- und Wirtschaftsausschussvorsitzender will ich einbringen. Erfahrung hilft eben, komplexe Zusammenhänge zu erkennen, Konflikte vermitteln zu können und Handlungsfelder realistisch zu planen. Außerdem bleibe ich sozial eingebunden und geistig fit. Darüber freut sich auch meine Frau!
Welche konkreten Aufgaben übernimmst Du?
Als ich 2022 als Vorsitzender des Bundesseniorenvorstandes unserer Gewerkschaft IG BAU gewählt wurde, hatte ich eine sehr gut geführte und organisierte Seniorenarbeit übernommen. Unsere Aufgaben sind die Interessen unserer älteren Gewerkschaftsmitglieder zu vertreten und diese dann auch umzusetzen. Es geht um die Anerkennung und den Erhalt der bisherigen Lebensqualität und den Schutz vor Altersarmut und Altersdiskriminierung.
Welche Werte möchtest Du weitergeben?
Engagement ist kein Luxus, sondern eine Lebensentscheidung. Man kann unabhängig vom Alter etwas bewirken. Ich möchte das Verantwortungsgefühl für- und miteinander vermitteln, Geduld im Vermitteln von Informationen und Mut zur Veränderung weitergeben. Ich ermutige jüngere Kolleginnen und Kollegen, sich zu engagieren, aber auch ihnen zu zeigen, dass Ältere verlässliche Ansprechpartner sind. Unsere Vielfalt macht die Gewerkschaft stark.
Wie sieht Dein typischer Tag als aktives Rentner-Mitglied aus?
Ein Tag beginnt oft mit telefonischen Kontakten zu Kolleginnen und Kollegen, zum Beispiel mit Geburtstagsgrüßen, gefolgt von Vorbereitungen auf Vorstandssitzungen oder Seniorentreffen. Die Arbeit ist erfüllend.
Welche Botschaft möchtest Du anderen Rentnerinnen und Rentnern mit auf den Weg geben?
Dass Engagement lebenslang Sinn macht, auch wenn es viele Jahre braucht. Man bleibt sichtbar, setzt Impulse, teilt Wissen und erlebt, wie gemeinsamer Einsatz echte Verbesserungen bewirken kann. Nur gemeinsam schaffen wir eine starke, faire Arbeitswelt. Eine starke inklusive Gewerkschaft braucht Stimmen aus allen Lebensphasen, also auch die der Seniorinnen und Senioren.
Abschließend: Warum lohnt sich Aktivität in der IG BAU gerade jetzt?
Die Angriffe auf die vielen Errungenschaften der Gewerkschaften zeigen, dass wir aktiv zusammenhalten müssen.
Denn wenn die geleistete Lebensleistung im Beruf nicht zum Leben reicht, dann reicht sie auch nicht für eine auskömmliche Rente. Hinzu kommen noch die Probleme des bezahlbaren und altersgerechten Wohnens und die ständig steigenden Gesundheits- und Pflegekosten.
Vielen Dank für das Gespräch und Deine wertvollen Einblicke.
Interview: Melanie Kieffer
Dieser Artikel ist erstmals in der Grundstein-Ausgabe Februar/März 2026 erschienen.


