Christian Beck
Christian Beck (© IG BAU, Rolf Oeser)
17.07.2026
Pressemitteilungen 2026

Naturgroßfeuer im Nationalpark Müritz als Folge des Klimawandels ist ein Warnsignal / Personalaufbau vonnöten

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) sieht die aktuellen Waldbrände im Nationalpark Müritz als deutliches Warnsignal. Als Folgen des Klimawandels nehmen Hitzeperioden, Trockenheit und damit auch die Gefahr von Naturgroßfeuern zu. Umso wichtiger ist es, präventiv vorzugehen. "Waldbrände sind längst keine Ausnahmeerscheinungen mehr. Deshalb müssen wir den vorbeugenden Waldbrand- und Klimaschutz deutlich stärker in den Fokus rücken. Es gibt eine Menge Beschäftigte in der Forstwirtschaft und ähnlichen Berufen, die dabei helfen können. Sie müssen wir qualitativ und quantitativ stärken", sagt Christian Beck, im Bundesvorstand der IG BAU unter anderem für die Agrar- und Forstwirtschaft zuständig

Forstwirt*innen, Ranger*innen, Revierleiter*innen sind regelmäßig im Wald unterwegs. Sie verfügen über wertvolle Ortskenntnisse, kennen Wegeführungen, sensible Bereiche und die besonderen Bedingungen ihrer Waldgebiete. Dieses Wissen kann im Ernstfall entscheidend sein, um Brände schneller einzudämmen oder bereits im Vorfeld Risiken zu erkennen und zu minimieren. Dazu gehört die Verkehrssicherung entlang von Wegen und Zufahrten, damit Einsatz- und Rettungsfahrzeuge schnell und sicher die Brandorte erreichen können. Ebenso müssen Löschwasserentnahmestellen angelegt, gepflegt und dauerhaft funktionsfähig gehalten werden.

Viele Beschäftigte unterstützen die Feuerwehren zudem direkt, indem sie Material transportieren, Wassertanks bereitstellen und die Einsatzkräfte im Gelände versorgen. Sie können erste Brandbekämpfungsschritte einleiten, wie beispielsweise Schneisen freischneiden, um die Ausbreitung von Bränden zu verlangsamen oder zu verhindern. Sie verfügen aber auch über Spezialausrüstung wie Löschrucksäcke zur Nachsorge. Die Ranger*innen erkennen frühzeitig Brandgefahren, entdecken bei ihren Kontrollgängen schnell illegale Feuer, fahrlässiges Verhalten oder vorsätzliche Brandstiftung. Darüber hinaus kann auch der "klimaresiliente Waldumbau" außerhalb der Großschutzgebiete einen Beitrag zur Verringerung von Brandrisiken leisten.

Christian Beck sagt: "Es braucht eindeutig mehr eigene Fachkräfte in den Bereichen Forstwirtschaft, Naturschutz und Umweltmanagement. Gleichzeitig müssen Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote gestärkt werden, damit Beschäftigte auf die wachsenden Anforderungen vorbereitet sind." Allein in der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern werden in den kommenden zehn Jahren rund 400 Beschäftigte altersbedingt ausscheiden, wie die neueste Untersuchung des Vereins zur Förderung der Land- und Forstarbeiter (VLF) aus dem Jahr 2026 aufzeigt. Das entspricht fast 38 Prozent der heutigen Belegschaft. Bundesweit steht der öffentliche Forst vor einer ähnlichen Entwicklung, während die Anforderungen stetig wachsen. Eine Untersuchung des VLF und des PECO-Instituts aus dem Jahr 2023 zeigt zudem, dass sich die Zahl der Beschäftigten in der Forstwirtschaft zwischen den Jahren 2000 und 2020 nahezu halbiert hat. "Das ist die falsche Richtung, wir dürfen nicht kürzen, im Gegenteil, die Zahl muss wieder steigen. Personalaufbau ist auf Dauer finanziell gesehen deutlich günstiger als die immensen Schäden, die die Naturgroßfeuer verursachen. Vom Landschaftsbild einmal ganz abgesehen", sagt Beck abschließend.

IG BAU: Forstbeschäftigte leisten einen wichtigen Waldbrandschutz