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(Grafik: IG BAU)
04.11.2026
Pressemitteilungen 2026

IG BAU: "Zweites Arbeitgeber-Angebot im Cent-Bereich ist völlig inakzeptabel" / Beschäftigte zeigen sich bei einer Kundgebung streikbereit

Die dritte Tarifverhandlungsrunde im Gebäudereiniger-Handwerk ist am gestrigen späten Dienstagabend (3. November) in Köln ohne Ergebnis zu Ende gegangen. "Die Arbeitgeber haben wieder ein Angebot im Cent-Bereich vorgelegt, das absolut nicht akzeptabel ist. Die Reinigungsunternehmer verstehen einfach nicht, dass die Beschäftigten deutlich mehr im Portemonnaie brauchen, um im ganz normalen Leben über die Runden zu kommen", sagt Zeynep Bicici, Verhandlungsführerin für die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

Der derzeitige Tarifvertrag läuft Ende Dezember dieses Jahres aus. Nach dem neuen Angebot der Arbeitgeber soll es in den ersten vier Monaten des nächsten Jahres keine Entgelt-Erhöhung geben. Am 1. Mai 2027 sollen die Löhne für die unterste Lohngruppe I um zwei Prozent steigen, am 1. Januar 2028 ist eine weitere Anhebung um 1,83 Prozent vorgesehen. Die erste Erhöhung bedeutet eine Steigerung von 15 Euro auf 15,30 Euro, ab dem 1. Januar 2028 kämen 28 Cent dazu. Die IG BAU fordert zwei Euro mehr pro Stunde für alle Lohngruppen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Damit würde der Branchenmindestlohn von derzeit 15 auf 17 Euro steigen, Glas- und Fassadenreiniger*innen würden beispielsweise künftig 20,40 Euro statt 18,40 Euro pro Stunde erhalten.

Die Verhandlungen wurden von rund 500 lautstark Protestierenden aus ganz Deutschland begleitet, die "Zwei Euro mehr" skandierten. Sie machten deutlich, dass nicht nur sie streikbereit seien. "Die Stimmung unter den Beschäftigten brodelt. Sie sehen, wie Umsatz und Gewinne der Gebäudereinigungsfirmen stetig zunehmen und ihre Einnahmen durch die Inflationsrate stetig abnehmen. Unsere Antwort auf das erneute Dumping-Angebot wird den Arbeitgebern nicht gefallen", sagt Bicici, die im IG BAU-Vorstand unter anderem für die Gebäudereinigungsbranche zuständig ist. Sie weist darauf hin, dass die Friedenspflicht am 31. Dezember dieses Jahres ausläuft.

Das Gebäudereiniger-Handwerk ist mit knapp 30 Milliarden Euro Jahresumsatz ein bedeutender Wirtschaftszweig und mit rund 700.000 Beschäftigten das größte Handwerk in Deutschland. Etwa 500.000 bekommen lediglich den Branchenmindestlohn, ein Großteil von ihnen sind Frauen. In den Betrieben des Bundesinnungsverbandes sind rund 85 Prozent aller Beschäftigten angestellt.

Gebäudereiniger-Handwerk: Dritte Tarifrunde endet ergebnislos