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Fachgruppe Bauhauptgewerbe in Südbaden: "Kommt alle zu den 'Hart verdient'-Protesten gegen den Sozialabbau am 26. September!

Logo zur Kampagne "Hart verdient!"
(Grafik: DGB)
10.09.2026
Arbeit

Wir sehen es überall – in den Nachrichten und vor allem in unseren Geldbeuteln: Das Leben wird immer teurer. Gleichzeitig wird uns erzählt, für eine sichere Rente, unsere Sozialsysteme oder eine funktionierende öffentliche Infrastruktur sei nicht genügend Geld vorhanden, während an anderer Stelle Milliarden ausgegeben werden. Und während wir jeden Tag acht Stunden und mehr auf den Baustellen arbeiten, körperlich schwere Arbeit leisten und bei Hitze, Kälte und schlechtem Wetter unseren Job machen, wird darüber diskutiert, dass wir künftig noch länger arbeiten sollen.

Die Vorschläge der Rentenkommission sehen vor, das Renteneintrittsalter nach 2031 weiter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Gleichzeitig soll auch die bisherige abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte verändert werden.

Gerade für Beschäftigte im Bauhauptgewerbe ist das der falsche Weg!

Dazu David Vetter, Polier und Fachgruppenvorsitzender:

"Wer mit 16, 17 oder 18 Jahren auf dem Bau angefangen hat, hat mit Anfang 60 bereits mehr als vier Jahrzehnte körperlich hart gearbeitet. Die entscheidende Frage kann deshalb nicht sein, wie alt Menschen statistisch werden – sondern, wie lange ein Mensch seinen Beruf gesundheitlich überhaupt ausüben kann."

Hier lohnt sich ein Blick in die Schweiz: Wenn über Produktivität, Arbeitsleistung oder Arbeitszeiten gesprochen wird, wird die Schweiz gerne als Vergleich herangezogen. Doch was in der Diskussion gerne übersehen wird: Im Schweizer Bauhauptgewerbe können Beschäftigte unter bestimmten Voraussetzungen bereits ab dem 60. Lebensjahr in den flexiblen Altersrücktritt gehen. Wenn das in der Schweiz möglich ist, dann muss auch in Deutschland über eine echte, branchengerechte Lösung für Beschäftigte im Bauhauptgewerbe gesprochen werden.

David Vetter bekräftigt:

"Wer die Schweiz als Maßstab nimmt, muss den ganzen Maßstab nehmen – nicht nur die Teile, die den Arbeitgebern und der Politik gefallen. Wer jahrzehntelang auf dem Bau gearbeitet hat, verdient einen gesunden Ruhestand – und nicht die Aussicht, bis zum Umfallen weiterarbeiten zu müssen."

David Vetter
(Grafik: IG BAU BaWü)

Auch am gesetzlichen Acht-Stunden-Tag soll gerüttelt werden. Die Bundesregierung will die Möglichkeit schaffen, die bisherige tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zu ersetzen. Gerade auf dem Bau müssen wir genau hinschauen, was das in der Praxis bedeutet.

Moritz Berkenhagen
(Grafik: IG BAU BaWü)

Dazu stellt Moritz Berkenhagen, Straßenbauer und Fachgruppenvorstand klar:

"Aus angeblicher 'Flexibilität' dürfen keine immer längeren Arbeitstage werden. Arbeitsschutz ist keine Verhandlungsmasse."

Auch bei Krankheit geraten Arbeitnehmerrechte zunehmend unter Druck. Arbeitgebervertreter haben beispielsweise erneut einen unbezahlten ersten Krankheitstag gefordert. Gleichzeitig werden Teilkrankschreibungen diskutiert und die Bundesregierung beziehungsweise die Koalition plant strengere Vorgaben für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen.

Dazu Moritz Berkenhagen:

"Eine vernünftige Rente, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Begrenzungen der Arbeitszeit wurden uns nicht geschenkt. Sie wurden von Generationen von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern erkämpft. Und es liegt an uns, diese Errungenschaften zu verteidigen, wenn sie angegriffen werden."

Deshalb rufen wir als Fachgruppe Bauhauptgewerbe Südbaden euch auf:

Kommt gemeinsam mit Euren Kolleginnen und Kollegen, Euren Familien und Bekannten am 26. September ab 12 Uhr auf dem Stühlinger Kirchplatz in Freiburg auf die Straße! Zeigen wir gemeinsam, dass wir uns Angriffe auf unsere soziale Sicherheit, unsere Arbeitsbedingungen und unsere Zukunft nicht gefallen lassen.

Gemeinsam sind wir stark.
Gemeinsam verteidigen wir unsere Rechte.
Gemeinsam gehen wir am 26. September auf die Straße!

Du kommst nicht aus Südbaden? Alle Demos in weiteren 14 Städten bundesweit findest Du an dieser Stelle.