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Landwirtschaft: Rund zehn Prozent mehr Lohn für Beschäftigte bei einer Laufzeit von 33 Monaten
Die Einkommen in der Landwirtschaft mit insgesamt rund 500 000 Beschäftigten sollen in den nächsten gut zweieinhalb Jahren in drei Stufen um insgesamt rund zehn Prozent steigen. Darauf haben sich die Verhandlungskommissionen des Gesamtverbandes der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände e.V. (GLFA) und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) nach langwierigen Verhandlungen geeinigt. Der ausgehandelte Kompromiss ist eine Bundesempfehlung, die Grundlage für die jeweiligen Tarifverträge zwischen den regionalen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbänden und der IG BAU ist.
Die Empfehlung sieht vor, dass die Tariflöhne sich zum 1. Mai 2026, 1. Januar 2027 sowie 1. Januar 2028 um jeweils 3,3 Prozent erhöhen, dazu gibt es eine Einmalzahlung im Juli dieses Jahres von 300 Euro. Abweichend von diesen prozentualen Erhöhungen bleibt es in der untersten Tarifgruppe (ungelernte Mitarbeitende) in den ersten vier Monaten einer Beschäftigung bei einer Entlohnung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns, ab dem fünften Monat steigt das Entgelt um 10 Cent. Die Laufzeit beginnt am 1. Januar 2026 und endet am 30. September 2028. Die zuständigen Gremien der IG BAU sowie die regionalen Arbeitgeberverbände, bei denen die Tarifhoheit für den Abschluss der entsprechenden Tarifverträge liegt, haben der Einigung zugestimmt und wollen die Bundesempfehlung zügig umsetzen.
Zitate:
Christian Beck, Vorstandsmitglied der IG BAU und Verhandlungsführer für die Arbeitnehmer*innen:
"Natürlich hätten wir uns noch mehr gewünscht, das Ergebnis ist in diesen Zeiten aber ein guter Kompromiss. Die derzeitige Weltlage ist äußerst instabil, die Energiepreise steigen aufgrund des neuen Nahostkriegs rasant an, die Inflation wird folgen. Da müssen die Beschäftigten mehr im Portemonnaie haben. Auch müssen wir die Branche unbedingt für Arbeitskräfte und Facharbeiter*innen attraktiv halten. Schließlich muss es sich für junge Leute, die eine gute Ausbildung in der Landwirtschaft absolviert haben, lohnen, in der Branche weiterzuarbeiten."
Hans-Benno Wichert, Präsident des GLFA:
"Angesichts der zurzeit angespannten wirtschaftlichen Lage auf vielen Höfen ist uns dieser Abschluss sehr schwergefallen. Der massive Anstieg des gesetzlichen Mindestlohns zu Jahresbeginn übt erheblichen Druck auf unser gesamtes Tarifsystem aus und stellt insbesondere Betriebe mit arbeitsintensivem Anbau von Obst, Gemüsen und Wein vor enorme, teils existenzielle Herausforderungen. Trotz dieser schwierigen Ausgangslage haben wir einer deutlichen Lohnanpassung zugestimmt, weil wir die Leistung und das Engagement unserer Beschäftigten anerkennen und ihre steigenden Lebenshaltungskosten ernst nehmen. Der gefundene Kompromiss gibt den Arbeitgebern Planungssicherheit bis Herbst 2028."
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