Staatsministerin Natalie Pawlik, Enkel Björn Leber, Max Schneller, IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger
(Foto: Rolf Oeser) (von links): Staatsministerin Natalie Pawlik, Enkel Björn Leber, Max Schneller, IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger
27.09.2026
Pressemitteilungen 2026

Staatsministerin Pawlik: "Haltung zeigen, auch bei Gegenwind" / Gewerkschaftstag der IG BAU in Kassel

Der 17-jährige Max Schneller aus Bad Dürrenberg in Sachsen-Anhalt hat am heutigen Sonntag, 27. September, auf dem Gewerkschaftstag der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in Kassel den Georg-Leber-Preis für Zivilcourage bekommen. Im April 2025 hielt er auf einer Querdenker Demo in seinem Heimatort eine mutige Gegenrede, welche ohne sein Wissen aufgezeichnet wurde und dann auf dem Telegram-Kanal der Querdenker Gruppe hochgeladen wurde. Anschließend wurde er mit Hass überzogen und es wurde ihm Gewalt angedroht. Er engagiert sich dennoch gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsextremismus.

Staatsministerin Natalie Pawlik, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, zugleich Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, hielt die Laudatio: "Unsere freiheitliche Demokratie und das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft sind so bedroht wie lange nicht mehr. Wenn Populisten Fakten umdeuten und die Grenzen des Sagbaren verschieben, wenn Extremisten gegen Andersdenkende und unsere demokratische Grundordnung hetzen, dann sind Widerstand und Anstand das Gebot der Stunde. Max Schneller zeigt, wie es geht: Er kämpft in Sachsen-Anhalt trotz heftigster Anfeindungen und Drohungen gegen ihn selber mutig für Respekt statt Rassismus, für Gemeinsam statt Gegeneinander, für Vielfalt statt Einfalt. Demokratische Allianzen bilden, Haltung zeigen, einschreiten, auch bei Gegenwind - das macht Max und da ist jede und jeder von uns gefragt."

"Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, der Georg-Leber-Preis wurde extra für Max Schneller geschaffen. Er übererfüllt geradezu alle geforderten Kriterien wie öffentliches Einstehen für seine Überzeugungen, Vorbildcharakter für junge Menschen sein oder sich nicht hinter einer schweigenden Mehrheit verstecken. Was wir brauchen, sind ganz viele Max Schnellers, gerade jetzt in Sachsen-Anhalt. Die IG BAU setzt sich gegen jeglichen Rassismus ein, wendet sich gegen Ausländerfeindlichkeit und engagiert sich gegen rechts. Da sind wir ganz an seiner Seite. Es ist mir eine Freude, und es ist mir eine große Ehre, im Namen der IG BAU den Georg-Leber-Preis an Max Schneller überreichen zu dürfen", sagte der Bundesvorsitzende der IG BAU, Robert Feiger.

"Niemals war es wichtiger, für Freiheit, Demokratie und Vielfalt einzutreten als jetzt. Gerade nach dem Ergebnis in meinem Heimatbundesland Sachsen-Anhalt bedeutet mir diese Anerkennung meines Engagements durch die IG BAU sehr viel. Das Erstarken der extremen Rechten darf uns nicht resignieren lassen - im Gegenteil: Es muss für uns Demokratinnen und Demokraten Auftrag sein, noch lauter, sichtbarer und entschlossener für eine solidarische und menschliche Gesellschaft einzustehen. Das sind wir Menschen wie Margot Friedländer schuldig - das ist mein Auftrag", sagte Max Schneller

Schneller erhielt eine gläserne Auszeichnung mit dem Konterfei von Georg Leber und einer individuellen Gravur, die ihn als Preisträger kennzeichnet.

Der Georg-Leber-Preis für Zivilcourage ist mit 10.000 Euro dotiert, der Betrag wird vom Gemeinnützigen Förderungswerk e.V. der IG BAU bereitgestellt. Der Preis wird in Erinnerung an den früheren Vorsitzenden der Baugewerkschaft, Georg Leber, verliehen. Er hat sich als Gewerkschafter und Bundesminister stets mit ganzer Kraft für eine freie, soziale und demokratische Gesellschaft eingesetzt. Freiheit setzt voraus, dass es immer wieder Einzelne geben muss, die den Mut aufbringen, diese einzufordern. Deshalb sollen im Namen von Georg Leber Menschen geehrt werden, die in herausragender Weise Zivilcourage gezeigt haben und damit anderen als Vorbild dienen, für ihre Überzeugungen und Ideale einzustehen. Sie geben mit ihrem Beispiel ein öffentliches Vorbild, insbesondere für junge Menschen, sich gesellschaftlich und politisch gegen alle Widerstände für ihre Zukunft einzusetzen.

Die bisherigen Preisträger*innen waren Wolfgang Thierse (2013), das Künstlerpaar Birgit und Horst Lohmeyer (2015), die Pfarrer Hans Mörtter und Franz Meurer (2017) sowie die Initiative 19. Februar Hanau (2022).

Max Schneller erhält den Georg-Leber-Preis für Zivilcourage / Gewerkschaftstag der IG BAU in Kassel