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Nachruf auf Petra Vogel
Bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben war sie langjähriges Mitglied in der Bundesfachgruppe und Bundestarifkommission für das Gebäudereiniger-Handwerk, davon über zwölf Jahre Mitglied im Vorstand der Bundesfachgruppe und in der Verhandlungskommission. Dort kämpfte sie unermüdlich für bessere Tarifverträge und die Anerkennung der Leistung der Beschäftigten in der Gebäudereinigung. Ein Filmteam von "Spiegel" drehte 2017 ein Video mit Petra und begleitete sie bei der Arbeit. Sie machte auf den Leistungsdruck und das Thema "Sauberkeit braucht Zeit" aufmerksam. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz war ihr sehr wichtig. Das zeigte sich auch als Mitglied in der Vertreterversammlung der BG BAU, die auch für die Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk zuständig ist.
Sie hat sich nicht nur auf Bundesebene für Tarifverträge eingesetzt, sondern auch in dem Betrieb, in dem sie über viele Jahre Betriebsratsvorsitzende war. Haustarifverträge in einer Servicegesellschaft zu erkämpfen ist schwierig, das war Petra sehr bewusst. Mit ihrer Beharrlichkeit, viel Einsatz und Überzeugungsarbeit setzte sie Tarifverträge für die Mitarbeiter*innen durch.
Ihr Herz schlug auch für die Frauen in unserer IG BAU. Über viele Jahre hinweg hat sie die Frauenpolitik der IG BAU aktiv und mit klarer Haltung mitgestaltet. Als Teamerin in der Bildungsarbeit hat sie wichtige Themen in die Regionen getragen, Menschen erreicht, gestärkt und zum Mitmachen bewegt.
Sie hat Menschen bewegt, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn es darum ging, aufzustehen, präsent zu sein, Gesicht zu zeigen – dann war sie da. Immer. Verlässlich. Unermüdlich. Nie hat sie gefehlt.
Ein besonderes Anliegen war ihr die Rente – würdig, gerecht und sicher. Dafür hat sie gekämpft, immer wieder, über Jahre hinweg. Mit Ausdauer, mit Leidenschaft und mit dem tiefen Glauben daran, dass Veränderung möglich ist. Denn sie wusste, wovon sie sprach: Rente muss zum Leben reichen.
Sie selbst hatte große Angst vor ihrer eigenen Rente. Nach 45 Jahren harter Arbeit, immer in Vollzeit, blieb die Sorge, dass es am Ende nicht reichen würde. Diese Ungerechtigkeit hat sie nicht nur benannt – sie hat sie zu ihrem Kampf gemacht. Für sich und für viele andere, denen es genauso geht. Damit konfrontierte sie in "Klartext Frau Merkel" die damalige Bundeskanzlerin, souverän und stark.

Petra hatte den Mut, ihre Meinung offen zu sagen. Ob vor der Kamera, in Gesprächen oder sogar gegenüber den Mächtigen dieses Landes – sie wich nicht zurück. Sie stand für das ein, was richtig war. Klar. Direkt. Unerschrocken.
Petra Vogel war eine Kämpferin – für gleiche Rechte, für gleiche Chancen, für gleiche Würde. Und sie war mehr als das: Sie war ein Vorbild. Eine, die andere mitgerissen hat. Eine, die Hoffnung gegeben hat.
Ihr Platz wird leer bleiben. Doch das, wofür sie stand, wird bleiben. In den Menschen, die sie inspiriert hat. In den Kämpfen, die weitergeführt werden. In jeder Stimme, die sich erhebt, weil sie gezeigt hat, dass es sich lohnt.
Petra Vogel ist gegangen, aber ihr Mut, ihre Haltung und ihr unermüdlicher Einsatz bleiben in unseren Erinnerungen.
Ulrike Laux
Mitglied des Bundesvorstandes
Renate Wapenhensch
Bundesfrauensekretärin


