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Senior*innen geben auch zu Zeiten von Corona nicht auf

Manfred Schmitt
Manfred Schmitt (Mitglied im Bundesseniorenvorstand Region Franken) hat in diesem Jahr den 1. Mai mit Abstand zu Hause gefeiert und mit diesem Bild Grüße per WhatsApp geschickt
11.07.2020
Senioren

"Wie hat die Coronakrise unserer Leben und unser ehrenamtliches Engagement in den vergangenen drei Monaten verändert?" – Diese Frage wurde den Mitgliedern des Bundesseniorenvorstandes gestellt. Hier sind die Antworten:

Die gute Nachricht ist, dass es allen gut geht. Die vergangenen Monate wurden im familiären Umfeld und altersbedingt etwas mehr zurückgezogen verbracht. Spaziergänge, Gartenarbeit, Aufarbeiten, Sortieren - es gab keine Langeweile. Auch Arztbesuche und Krankengymnastik standen an.

Leo Pilz schrieb: "In den vergangen Wochen habe ich mich die meiste Zeit im Freien aufgehalten. Dabei habe ich mit meiner Frau einige lange Spaziergänge unternommen und mich etwas mehr um den Garten gekümmert." Nun freut er sich, dass er wieder freitags die Sprechstunden im Bezirksbüro abhalten kann."

Bei Monika Beutel hat der große Garten in diesem Jahr eine besondere Aufmerksamkeit erfahren, denn es macht ihr Spaß, alles blühen und wachsen zu sehen: "Ich hatte keine Langeweile, aber mir fehlte der persönliche Kontakt."

"Ich habe Gartenarbeit gemacht und unliebsame Dinge aufgearbeitet", so Josef Simon.

Manfred Schmitt baute in dieser Zeit sogar eine neue Gartenhalle, wo er nun viel Platz für die Gerätschaften hat.

Peter Mohn konnte sein Ehrenamt teilweise weiterführen. Mithilfe einer telefonischen Beratung konnten für unsere Mitglieder Rentenanträge gestellt werden.

Es wurde alles gut zu Hause gemeistert, Kontaktbeschränkungen beachtet und Abstand gehalten. Der Mundschutz ist schon zur Selbstverständlichkeit beim Einkaufen und wo es sonst noch erforderlich ist, geworden. Auch die Corona Warn-App, als wichtigen Helfer, um Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen, wird schon von vielen genutzt.

Seit März haben die Nachrichten über die vielen Corona-Fälle alle bewegt. Auch die damit eingehenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens waren nicht immer ganz leicht.

Peter Behrendt hat in einem Leserbrief, der in der aktuellen „Grundstein“-Ausgabe veröffentlicht ist, erfasst, was ihn in dieser Zeit am meisten beschäftigt hat.

Der Verzicht der persönlichen Kontakte außerhalb der Familie und die Absage des Senior*innen-Treffens in Bernau am Chiemsee hat Robert Schneider sehr bewegt.

Auch Kurt Michaelis berichtete, dass durch die Absage der vielen Gewerkschaftsveranstaltungen sein Kalender ganz durcheinandergebracht wurde. Im Bezirksverband hielten wir Kontakt übers Telefon und per E-Mail, das war ihm wichtig.

Franz Pitz berichtet, dass alle geplanten Veranstaltungen, Busfahrten, und Wandertreffs bis August abgesagt worden sind.

Auch Kurt Mösezahl hat vorgesehene Fahrten verlegen müssen. Die Frühjahrsfahrt in den Harz, auf die sich schon alle Teilnehmer*innen sehr gefreut hatten, konnte noch kurzfristig auf den Herbst verschoben werden. Dies alles ist schmerzlich, gerade für die reiselustigen Senior*innen!

Elke Garbe berichtet, dass sich die Senior*innen im Bezirksverband Erfurt schon zu einem gemeinsamen Besuch im "Rennsteiggarten" in Oberhof treffen konnten, natürlich unter Beachtung der geltenden Bestimmungen. Sie ist glücklich, dass die seit einem Jahr geplante Hochzeit ihrer Enkelin am 12. Juni 2020 in Sachsen mit 40 Gästen gefeiert werden konnte.

Der Seniorenvorstand hat den Regionen empfohlen, die in diesem Jahr ausfallenden Veranstaltungen und Reisen einfach im nächsten Jahr wieder ins Programm zu nehmen. Dazu gibt es bereits positive Zustimmung der Reiseveranstalter*innen.

Von vielen fehlenden persönlichen Kontakten berichteten fast alle Kolleg*innen. Und wenn dann noch ein Unfall passiert, dann weiß man dies doppelt zu schätzen. Kein Kontakt zu den Enkelkindern, dies war für einige nur schwer zu ertragen. Die älteren Menschen ohne Kontakte in den Seniorenheimen und deren gute Betreuung durch die Pflegekräfte, werden wohl noch lange im Gespräch bleiben und von uns Älteren mit entsprechenden Forderungen unterstützt werden.

Robert Schneider hielt den Kontakt mit dem Bezirksvorstand, Bezirksseniorenvorstand, Regionalleitung und den Bezirksseniorenvorständen in der Region in Form von E-Mails und WhatsApp aufrecht, sodass die Absagen geplanter Veranstaltungen, die Weiterleitung der Vorgaben vom Bundesvorstand zu den gewerkschaftlichen Veranstaltungen gegeben war. Auch die anderen Kolleg*innen berichteten, dass es untereinander regelmäßigen telefonischen Kontakt gab. Alle Planungen und Versammlungen sowie Fahrten wurden überwiegend telefonisch abgesagt.

„In dieser Zeit habe ich mit Mitgliedern meines Bezirksverbandes per E-Mail und telefonisch kommuniziert und empfand dies auch als sehr gewinnbringend“, berichtet Leo Pilz. Außerdem hat er durch die WhatsApp-Gruppe des Bundesseniorenvorstandes von den anderen Mitgliedern ab und zu eine Nachricht bekommen.

Kontakte in den Regionen gab es per Telefon oder E-Mail. Es gab Absprachen zu den möglichen Terminen zur Durchführung der Wahlen der Bezirksseniorenvorstände im Oktober oder November. "Wir werden Präsenzsitzungen wieder durchführen, sobald es die politischen Vorgaben zulassen", so Robert Schneider.

Zunächst verhalten sich alle zurückhaltend und warten auf grünes Licht für ein nächstes Treffen. Allerdings fehlt es auch an Räumlichkeiten, um den erforderlichen Abstand einzuhalten. Die ehrenamtliche Arbeit sollte bis zur Normalisierung der Auswirkung der Covid-19-Pandemie so weiter verlaufen wie bisher, per E-Mail oder Telefon.

Vereinzelt geht es wieder los, so hat der erste Stammtisch bei Elmar Schmidt wieder stattgefunden. Natürlich unter Einhaltung der Hygienevorschriften.

Mit Videokonferenzen gibt es erst wenige Erfahrungen. Diejenigen, die schon teilgenommen haben, schrieben, dass dies gewöhnungsbedürftig ist. Für wichtige Punkte, die zur Erledigung im Dialog anstehen, ist es eine gute Möglichkeit, die auch in Zukunft genutzt werden sollte.

Kurt Michaelis wurde von jungen DGB-Kollegen gelobt, weil er als fast 80-jähriger an der Video-/Telefonkonferenz teilgenommen hat. Allein den "Aufbau" zur Verbindung miteinander hat ihn sehr beeindruckt. Er berichtete, dass sie am 29. Mai 2020 im Bezirksbeirat eine Telefonkonferenz mit über 20 Teilnehmer*innen hatten. Wieder erwarten klappte es sehr gut und bei Abstimmungen wurde jeder einzeln aufgerufen.

Eine private Telefonkonferenz mit 20 Personen gab es bei Peter Henseler, als ein Familienmitglied seinen 80. Geburtstag hatte. Dies war natürlich ein besonderes Erlebnis für den Jubilar.

Peter Behrendt berichtete, dass dieses Hilfsmittel für uns vom Vorstand nur als zusätzliche, zum Beispiel bei notwendigen kurzfristigen Besprechungen, genutzt werden sollte. Die derzeitigen Möglichkeiten mit Skype und TeamViewer, ZOOM & Co., sind hierfür denk- und machbar.

Allerdings nur, wenn alle Vorstandsmitglieder damit einverstanden wären und über die erforderliche Hardware verfügen. Auch sollte der Kreis der Teilnehmer*innen überschaubar sein.

Manfred Schmitt und Elke Garbe waren beeindruckt von der guten Telefonkonferenz des Gewerkschaftsrates. Das war eine ganz wichtige Erfahrung, die auch für künftige kurzfristige Entscheidungen neue Wege aufzeigt.

Auch Elmar Schmidt hatte schon eine Telefonkonferenz mit dem Seniorenbeirat der Stadt Recklinghausen. Er lobte die gute Disziplin unter den Teilnehmer*innen.

Drei Monate liegen nun hinter uns, die unser Leben total durcheinandergebracht haben. Das Coronavirus hat uns in einer Schnelligkeit erfasst und viele Probleme für jeden Einzelnen sowie für unser Land gebracht. Aus Verunsicherung und Angst um die Gesundheit und sogar um das Leben ist eine gewisse Lähmung entstanden, die sich langsam wieder löst. Wir Senior*innen in der IG BAU, die zur Risikogruppe gehören, haben die Zeit gut und mit Vorsicht gemeistert und wünschen uns weiter eine gute Zusammenarbeit bei der Durchsetzung der Interessen der Senior*innen, wenn auch vorerst nur per E-Mail oder Telefon.

Hoffentlich sehen wir uns bald wieder, gebt auf Euch acht und bleibt gesund!

Text: Eva-Maria Pfeil

Peter Behrendt
Foto von und mit Peter Behrendt (Mitglied im Bundesseniorenvorstand Region Bayern).
Es zeigt ihn bei der Arbeit für die IG BAU Senior*innen zu Hause am PC
Manfred Schmitt
Zu Pfingsten verschickte Manfred Schmitt (Mitglied im Bundesseniorenvorstand Region Franken) diesen Foto-Gruß mit der Bemerkung: "Bei mir kannst Du Haare schneiden ohne Maske".