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Studierende der grünen Branchen in Aktion: Die IG BAU Rotte Eberswalde

Eberswalde
IG BAU Rotte 2018
25.05.2020
Studierende

Seit Frühjahr 2018 regt sich ein Hauch gewerkschaftlichen Aufbegehrens an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in der gemütlichen Studi-Stadt Eberswalde (HNEE).

Aber wie kommt man zu einer gewerkschaftlichen Hochschulgruppe?

Alles begann damit, dass ich Phillipp Weiß über die Hans-Böckler-Stiftung kennenlernte und aus einem "Man müsste mal" irgendwann ein "Ich hab einen Tisch reserviert" wurde.

Das Initialtreffen der ersten gewerkschaftlichen Hochschulgruppe der HNEE fand stilecht in der regionalen Kultkneipe statt und es etablierte sich in kürzester Zeit ein regelmäßiger Stammtisch mit einer festen Kerngruppe. Eine Taufe der Hochschulgruppe auf den Namen "IG BAU Rotte Eberswalde" erfolgte einstimmig.

An der HNEE treffen Studierende aus den Branchen Forst, (Öko-)Landwirtschaft und Holztechnik aufeinander. Als sogenannte Hochschule (in Abgrenzung zu einer Universität) ist bei allen Studiengängen ein ständiger Praxisbezug gegeben, im Rahmen des verpflichtenden Praxissemesters sogar anstelle der theoretischen Lehre. Vielleicht trug auch dieser Umstand dazu bei, dass die Mitglieder unserer Gruppe darin übereinstimmten, dass das Thema Arbeitsbedingungen an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung oftmals alles andere als "nachhaltig" betrachtet wird.

Ziele der IG BAU Rotte

In der Gruppe wurde schnell klar, dass es ein paar Projekte und Baustellen gibt, die wir gemeinsam angehen wollen.

Über allem steht dabei die Sichtbarmachung von gewerkschaftlicher Aktion und Arbeit für Studierende in unseren Branchen.

Hierfür sorgt die IG BAU Rotte mit regelmäßigen Aktionen, Infoständen oder Veranstaltungen an publikumswirksamen Tagen wie dem Tag der offenen Tür, der Ersties-Rallye, in der kritischen Einführungswoche oder bei den Vorstellungen der Hochschulgruppen der HNEE.

Außerhalb der HNEE nimmt die IG BAU Rotte aber auch gemeinsam an politischen Aktionen wie den Fridays-for-Future-Demos, den Protesten um den Waldklimagipfel und natürlich auch der 1.-Mai-Demo teil und bringt dort die Perspektiven unserer Branchen ein.

Um hier einen gewissen Wiedererkennungseffekt zu gewährleisten, haben wir ein Logo entworfen und Forstwesten in Signalfarben angeschafft.

Parallel dazu steht auf der Agenda der IG BAU Rotte, die Themen Arbeitsbedingungen, Arbeitsrecht und Gewerkschaft in der Lehre zu verankern. Hierfür bietet sich an der HNEE als „kleiner Hochschule“ ein niedrigschwelliger direkter Zugang über die Dozierenden.

Es war so möglich, in den Jahren 2018 und 2019 Vorträge zu den Themen Geschichte der Landarbeiter*innengewerkschaft, Arbeitsbedingungen und Arbeitskämpfe im Ökolandbau und zur Lage der Saisonarbeit unterzubringen.

Übergeordnetes Ziel ist es, diese Themen für jede Branche und kontinuierlich in der Lehre zu platzieren. Eine kleine Arbeitsgruppe innerhalb der "Rotte" hat sich dem Thema Konzeption eines Wahlpflichtmoduls zu Mitbestimmung und Arbeitnehmer*innenrechte angenommen.

Ein weiteres Ziel der IG BAU Rotte sind die Vernetzung und der Austausch mit anderen Studierenden und Hochschulgruppen. Hierfür wurden die Studierendentreffen der IG BAU genutzt, aber die IG BAU Rotte hat im Sommer 2018 auch selbst ein Vernetzungstreffen mit Studierenden der Forstwissenschaften Tharandt und Erfurt in Eberswalde organisiert. Neben fachlichen Exkursionen ging es hier um den gemeinsamen Austausch. Geplant und gewünscht sind weitere Treffen, um gemeinsam an überregionalen Strategien in der Hochschulpolitik und darüber hinaus zu arbeiten.

Seit Anfang dieses Jahres steht natürlich alles im Schatten des Virus, jedoch sind wir eifrig am planen: Outdoor und online wird die Arbeit der IG BAU Rotte weitergehen.

Habt ihr Lust, Euch mit uns zu vernetzen? Dann schreibt uns an!

Geschrieben von Sylvana Hanisch

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