Vereinbarkeit: Mehrheit will kürzere Arbeitszeiten
Vor allem Väter möchten weniger arbeiten
Besonders ausgeprägt ist der Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten bei Männern: 57 Prozent möchten weniger arbeiten, bei Frauen sind es 47 Prozent. Noch deutlicher wird es bei Vätern: Fast zwei Drittel (63 Prozent) würden ihre Arbeitszeit gerne reduzieren. Bei den Müttern sind es 43 Prozent. Jede zehnte Mutter würde hingegen gerne ihre Arbeitszeit ausweiten.
Ein Drittel kämpft mit der Vereinbarkeit
Ein Drittel der Beschäftigten mit Kindern oder Pflegeverantwortung berichtet von regelmäßigen Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bei alleinerziehenden Müttern liegt der Anteil mit 42 Prozent am höchsten. Die Folgen sind gravierend: Beschäftigte, die regelmäßig Vereinbarkeitsprobleme erleben, fühlen sich deutlich häufiger nach der Arbeit leer und ausgebrannt. Der Zusammenhang ist für Frauen besonders ausgeprägt: Mehr als zwei Drittel der Frauen (69 Prozent) mit Vereinbarkeitsproblemen fühlen sich nach der Arbeit häufig oder sehr häufig erschöpft. Bei den Männern ist es die Hälfte.
Gesunde Beschäftigte statt entgrenzte Arbeitszeiten
Die Befragung zeigt auch, was hilft: verlässliche, planbare Arbeitszeiten und die Möglichkeit, als Arbeitnehmer*in bei der Ausgestaltung mitbestimmen zu können. Also das Gegenteil dessen, was die aktuellen politischen Pläne zur sogenannten "Flexibilisierung" des Arbeitszeitgesetzes bewirken würden.
Eine Ausweitung der Arbeitszeiten würde nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter erschweren: Wer Beschäftigte an ihre Grenzen treibt, riskiert höhere Krankenstände und mehr Arbeitsunfälle. Echtes Wachstum entsteht durch motivierte, gesunde Beschäftigte. Nicht durch Menschen am Limit.
In seiner ursprünglichen Form ist der Beitrag beim DGB erschienen.
Die Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit: "Fachkräftesicherung? Nur mit guter Vereinbarkeit von Familie und Beruf"


