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Warum ist es wichtig, sich in unserer IG BAU zu engagieren?

Zweiter Teil

Bauhelm
(Umit Yildirim / Unsplash)
09.10.2020
E wie Ehrenamt

Anlässlich der Organisationswahlen erzählen IG BAU-Mitglieder, warum es ihnen wichtig ist, sich zu engagieren. Der heutige Beitrag kommt von Eva Winner-Nützel.

Als Mitglied des Bundesfrauenvorstands der IG BAU und als Vorsitzende des AK Frauen in der Oberpfalz muss ich häufiger mal souverän auftreten. Und wer mich kennenlernt, merkt schnell, dass ich das auch kann. Doch das war nicht immer so – besonders nicht im beruflichen Leben.

Vor vielen Jahren kam einmal eine junge Ingenieurin zu mir. Sie wandte sich an mich als Betriebsrätin und erfahrene Ingenieurin mit damals schon stolzen 10 Jahren Berufserfahrung im Unternehmen. Sie bat mich um Rat: hatte der Chef ihr doch bei der Einstellung vor einem Jahr versprochen, dass sie nach dieser Zeit eine Gehaltserhöhung bekommen sollte. Wie sollte sie das jetzt einfordern? Sollte sie fordern oder abwarten?

Ich wusste es nicht! Ich konnte ihr nicht wirklich helfen. Schlimmer noch. Ich musste mir eingestehen, dass ich mich das selbst noch nicht getraut hatte! Die Wahrheit war, dass auch ich selbst Angst davor hatte, mehr Geld zu fordern. Ich hatte Angst vor der Aussage: "Wenn ich nicht mehr Gehalt bekomme, dann gehe ich!" Was aber, wenn die Drohung nicht wirkt? Ich habe drei Kinder.

Diese Einsicht machte mich so wütend. Auf mich. Auf alle. Und ich bin trotzdem nicht zu meinem Chef gegangen. Sondern ich habe angefangen noch mehr zu arbeiten, noch mehr zu leisten. Doch es ist weiter nichts passiert. Es kam niemand und hat gesagt: Hier hast Du mehr Geld. Alles blieb wie es war. 

Dann habe ich an meinen ersten Frauen-Seminaren bei der IG BAU teilgenommen. Dort konnte ich neue Frauen kennenlernen. Auch sie hatten dieses Problem. Einigen ging es ebenso, dass sie sich nicht getraut haben, dass sie sich als Frauen im Beruf ungesehen, als zurückgesetzt und alleine gefühlt haben. 

Wir haben begonnen uns gegenseitig zu unterstützen, uns auszutauschen und ein Netzwerk aufzubauen. Wir haben uns gegenseitig Selbstbewusstsein gegeben. Das war sehr wichtig. Denn mit Selbstbewusstsein kann man mutig sein und deutlich machen, was man einbringt, was man deswegen verdient und was einem zusteht. Mit Selbstbewusstsein muss man nicht drohen, man kann aufzeigen. 

Irgendwann bin ich dann einfach zu meinem Chef ins Büro. Ich habe ihm gesagt, dass meine Leistungen mehr wert sind und ich dafür eine Gehalterhöhung möchte. Bisserl mehr ist es damals auch geworden, und es hat sich was bewegt und es bewegt sich noch immer. Darauf bin ich stolz.

Und ich bin stolz auf meine Frauen-Gruppen in der IG BAU, weil sie mir gezeigt haben, dass gewerkschaftliche Arbeit vor allem eins ist: eigene Entwicklung, Selbst-Entwicklung. 
 
Deshalb: Geh bei den IG BAU Organisationswahlen wählen. Stell auch DU Dich als Kandidat*in zur Verfügung. 

Verunsichert oder selbstbewusst – DU entscheidest!