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Warum ist es wichtig, sich in unserer IG BAU zu engagieren?

Dritter Teil

Baustelle
(Robert Katzki / Unsplash)
21.10.2020
E wie Ehrenamt

In unserer Reihe über ehrenamtliches Engagement berichtet IG BAU-Mitglied Mehmet Perisan von einem Erfolg, der durch Einsatz und Zusammenhalt zwischen Kolleg*innen zustande kam. Das Fazit "Alleine oder gemeinsam – DU entscheidest!" gilt auch für die Organisationswahlen.

Ich komme aus einer politischen Familie und mir war immer klar, dass es eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schlicht notwendig ist. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich es damit sehr ernst meine.

Das sieht man an meinen vielen Ämtern: Als freigestellter Betriebsrat bei HOCHTIEF setze ich mich für die Interessen der Beschäftigten ein und bei der IG BAU gestalte ich als Vorsitzender der IG BAU Köln-Bonn die Gewerkschaftsarbeit gemeinsam mit den weiteren Vorstandsmitgliedern mit. Darüber hinaus bin ich Beiratsmitglied der IG BAU und in der Bundesfachgruppe des Bauhauptgewerbes beim IG BAU Bundesvorstand. Ich engagiere mich im Vorstand der Berufsgenossenschaft Bau und ich bin zusätzlich ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht in Köln. Halbe Sachen gibt es für mich nicht.

Und in all meinem Engagement habe ich besonders eins immer wieder erfahren dürfen: Alleine kann man nicht viel verändern – gemeinsam schon!

Mein Betrieb HOCHTIEF ist vor einigen Jahren aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten. Das war damals ein ziemlicher Schock. Denn das bedeutet für uns, dass plötzlich, von einem Tag auf den Anderen, die Tarifbindung unseres Unternehmens und damit unserer Gehälter einfach wegfielen. Ein Skandal. Natürlich gab es Fristen und alles war geregelt, aber die Enttäuschung bei uns und den Kolleginnen und Kollegen war riesengroß. HOCHTIEF hatte sich schließlich aus seiner Verantwortung zur Sozialpartnerschaft verabschiedet.

Hinzu kam die Angst, dass diese neue Politik des Unternehmens mit der gerade erst zurückliegenden Übernahme durch einen spanischen Konzern zusammenhing. War das der Vorbote einer neuen Zeit, in der die erkämpften Rechte und Regelungen für uns Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Schritt für Schritt zurückgeschraubt werden sollten? Was würde die Zukunft für uns bereithalten? Noch mehr Einsparungen, Kürzungen oder sogar Entlassungen?

Diese Fragen beschäftigten uns alle bei HOCHTIEF. Von der Baustelle bis hoch in die Etagen der Schlipps-Träger und der Verwaltung. Wir waren uns einig – so nicht und nicht mit uns!

Wenn HOCHTIEF aus der Sozialpartnerschaft aussteigt, dann setzen wir einen Haustarifvertrag durch.

Wir haben die Ärmel hochgekrempelt, uns zusammengerauft und uns in kleinen Sitzungen in den Abteilungen ausgetauscht, was jetzt zu tun war. Schnell schafften wir es, dass wir 50 Prozent und in manchen Niederlassungen sogar 70 Prozent der Kolleginnen und Kollegen organisierten. Gemeinsam machten wir Werbung für unsere Sache, planten Aktionen und setzen sie um – immer gemeinsam und zusammen mit der IG BAU, die uns in allen Schritten unterstützte und aktiv begleitete.

Der Konzern konnte sich zwar aus der Gemeinschaft der Arbeitgeber verabschieden, aber uns brachte er dazu, dass wir uns zusammenschlossen. Gemeinsam erkämpften wir unseren Haustarifvertrag, mit damals einem Plus von 7,1 Prozent. Darauf bin ich sehr stolz und ich bin mir sicher: Das haben wir nur deshalb geschafft, weil wir zusammengestanden und zusammengehalten haben. Gemeinsam.     

Alleine oder gemeinsam – DU entscheidest!