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Warum ist es wichtig, sich in unserer IG BAU zu engagieren?

Erster Teil

Feld
(Ivan Vranic / Unsplash)
28.09.2020
E wie Ehrenamt

In den kommenden Monaten finden bei uns die Organisationswahlen statt. Als Mitgliederorganisation leben wir vom Einsatz ehrenamtlicher Kolleg*innen. Wir haben einige von ihnen gebeten, zu erzählen, was sie antreibt. Den Anfang macht Sandra Carnaghi.

Ich arbeite in der Landwirtschaft und aktuell studiere ich an der Uni in Kassel. Wie in so vielen Betrieben, so gab es auch in meinem ersten Job keinerlei tarifliche Bindungen. Meine Bezahlung, die Bezahlung meiner Kolleginnen und Kollegen, die Bezahlung aller war völlig intransparent und uneinheitlich. Man hatte das Gefühl – und wahrscheinlich war es auch so – dass der Chef nach Lust und Laune unsere Gehälter verteilte oder die Höhe irgendwie würfelte. Ein unhaltbarer Zustand!

Also gründeten wir ein kleine Gruppe Entschlossener, die entschieden, für einen Haustarifvertrag zu kämpfen. Wir wollten nicht nur einfach mehr Geld – sondern vor allem eine gleiche und transparente Bezahlung für alle und eine höhere Sicherheit bei den Saisonverträgen durchsetzen. Dinge also, die eigentlich normal sein sollten.

Wir kämpften. Wir mobilisierten und wir sorgten in der ersten Zeit für ordentlich Wirbel bei unserer damaligen Geschäftsleitung. Zunächst lief alles gut. Aber letztlich scheiterten wir an unseren eigenen Kolleginnen und Kollegen...

Sie hatten Angst und Skrupel von dem Chef. Sie vertrauten darauf, dass gerade sie es waren, die vom Chef schon besonders entlohnt würden, weil man ja eine große Familie sei. Trotz aller Bemühungen engagierten sich nur sehr wenige mit uns. Es kam zu einem ersten Warnstreik. Jedoch ohne große Beteiligung und damit auch zu keiner Behinderung des Tagesgeschäftes. Die Geschäftsleitung triumphierte. 

Ich bin noch immer davon überzeugt, dass damals mehr gegangen wäre. Dass wir unsere Ziele hätten erreichen können – gerade, weil wir erst begonnen hatten. so dicht dran, wie wir waren. Wenn nur mehr Kolleginnen und Kollegen sich engagiert und beteiligt hätten. Es lag am mangelnden Engagement und an der Bereitschaft, etwas zu tun und auch mal was zu riskieren.

Heute bin ich bei der IG BAU-Hochschulgruppe an der Uni Kassel und als Jugendvertretung im Bundesfrauenvorstand aktiv sowie in der grünen Fachgruppe Nordhessen. Auf Grund meiner Erfahrung ist mir klar, dass Mitgestalten wichtig ist, wenn man im Nachhinein nicht immer nur jammern will. 

Gewerkschaftsarbeit lebt vom Ehrenamt – sonst passiert nichts. Was uns wichtig ist, können wir nur selbst erreichen. 

Deshalb: Geh bei den IG BAU-Organisationswahlen wählen. Stell Dich als Kandidat*in auf. 

Erfolg oder Misserfolg – Du entscheidest.