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Workers' Memorial Day 2026: Zentrale Gedenkveranstaltung in Würzburg
Im Anschluss an ein Seminar zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz wurde in der Marienkapelle Würzburg bei einem ökumenischen Gottesdienst der Menschen gedacht, die bei der Arbeit verunfallt, erkrankt oder ums Leben gekommen sind.
Nach offiziellen Zahlen starben allein im letzten Jahr 74 Menschen durch einen Arbeitsunfall in der Bauwirtschaft und den baunahen Dienstleistungen. Dazu Carsten Burckhardt in seiner Rede: "Kein Auftrag, keine Schicht, keine Baustelle, kein Erntefenster, kein Reinigungsobjekt, kein Termin und kein Profit sind mehr wert als ein Menschenleben. Und trotzdem passieren in unserem Land Tag für Tag zu viele schwere Unfälle, zu viele tödliche Unfälle. Dazu kommen die Dinge, die man nicht sofort sieht: Berufskrankheiten durch Stäube, durch Asbest, durch UV-Strahlung. Psychische Belastungen durch Dauerstress. Überforderung und die Angst, den Job zu verlieren. Die Angst, als schwach zu gelten, wenn man sagt: Ich kann nicht mehr. So stelle ich mir eine menschenwürdige Arbeitsgesellschaft nicht vor."
Der wichtigste Mensch ... bist Du!




Das Motto zum Workers' Memorial Day lautete in diesem Jahr: "Sag STOPP, wenn es gefährlich ist". Ein Appell an Beschäftigte, gefährliche Arbeitssituationen nicht hinzunehmen und Verantwortung zu übernehmen: für sich selbst und füreinander.
Als starkes Symbol dafür diente ein Spiegel mit der Aufschrift "Der wichtigste Mensch für gute Tarife und Arbeitssicherheit". "Der Spiegel fragt uns nicht nach schönen Reden. Er fragt uns: Schauen wir wirklich hin? Schauen wir auf die, die fehlen? Schauen wir auf die, die belastet sind? Schauen wir auf die Kollegin, den Kollegen, die oder der vielleicht schon lange am Limit ist? Oder schauen wir weg, weil der Bau fertig werden muss, weil der Auftrag drückt, weil wir gelernt haben zu funktionieren?", so Burckhardt weiter.
"Gefährlich ist bei der Arbeit eben nicht nur das, was sofort sichtbar ist: die gebrochene Leitersprosse, das wacklige Gerüst, die fehlende Absicherung. Gefährlich ist auch, was man nicht auf den ersten Blick erkennt: permanenter Druck, Selbstüberforderung, das ständige Höher, Weiter, Schneller, das Antreiben durch andere – und viel zu oft ein Umfeld, das lieber wegschaut und schweigt."
Eigenverantwortung und STOPP sagen: das erfordert mitunter viel Selbstbewusstsein sowie Kolleginnen und Kollegen, die einem den Rücken stärken."Beschäftigte können nur sicher und professionell arbeiten, wenn Zeit, Qualifikation, Ausrüstung und Rückendeckung stimmen", betont Carsten Burckhardt.

Nicht nur am Workers' Memorial Day kämpfen wir als IG BAU gemeinsam für gute Arbeit. Und damit dafür, dass eines Tages der Satz "Sag STOPP, wenn es gefährlich ist" keinen Mut mehr braucht – sondern selbstverständlich ist.






