carsten burckhardt
Carsten Burckhardt (© IG BAU, Tobias Seifert)
26.06.2026
Pressemitteilungen 2026

IG BAU unterstützt internationale BHI-Kampagne "Too Hot To Work" / 2,4 Milliarden Betroffene weltweit

40 Grad und heißer, die aktuell laufende Hitzewelle bricht alle Negativrekorde. Damit nehmen die Belastungen für Beschäftigte unter freiem Himmel immens zu. "Was viele Menschen als unangenehm empfinden, kann für Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter, Beschäftigte im Garten- und Landschaftsbau, in der Land- und Forstwirtschaft, in Steinbrüchen oder in der Gebäudereinigung zu einer ernsthaften Gesundheitsgefahr werden", sagt Carsten Burckhardt, Stellvertretender Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Laut Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind weltweit bereits rund 2,4 Milliarden Beschäftigte gefährlichen Temperaturen am Arbeitsplatz ausgesetzt.

Die IG BAU macht jetzt gemeinsam mit der Building and Wood Workers’ International (BWI/BHI) auf die internationale Kampagne "Too Hot To Work – Zu heiß zum Arbeiten" aufmerksam. Das sind ihre Forderungen:

  • verbindliche Hitzeschutzregelungen für Arbeitsplätze im Freien
  • klare Temperatur- und Belastungsgrenzen
  • angepasste Arbeitszeiten bei extremer Hitze
  • ausreichend Trinkwasser, Schattenplätze und Erholungszeiten
  • regelmäßige Gefährdungsbeurteilungen zum Thema Hitzestress
  • wirksame soziale Absicherung bei hitzebedingten Arbeitsunterbrechungen
  • ambitionierte Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandel

"Hitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr. Sie gehört für viele Beschäftigte inzwischen zum Arbeitsalltag. Wer am Tag mehrere Stunden bei mehr als 33 Grad auf einem Dach arbeitet, Beton verarbeitet, Straßen baut oder Pflaster verlegt, trägt ein erhebliches Gesundheitsrisiko", sagt Burckhardt, der im IG BAU-Bundesvorstand unter anderem für den Arbeits- und Gesundheitsschutz zuständig ist. Jährlich sind Millionen hitzebedingter Arbeitsunfälle und Erkrankungen zu verzeichnen. Die Folgen reichen von Konzentrationsverlust, Kreislaufproblemen und Dehydrierung bis hin zu Hitzschlag, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und tödlichen Unfällen. Gleichzeitig steigt mit zunehmender Hitze das Unfallrisiko, weil Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit nachlassen.

"Die Beschäftigten können den Klimawandel nicht allein auf ihren Schultern tragen. Wer draußen arbeitet, braucht wirksamen Schutz. Arbeitsschutz endet nicht beim Helm oder der Warnweste", sagt Burckhardt. Die internationale Gewerkschaftsbewegung mache seit Jahren darauf aufmerksam, dass der menschengemachte Klimawandel auch eine Frage von Arbeits- und Gesundheitsschutz sei. Gerade die Beschäftigten in den Branchen der IG BAU spürten die Folgen als Erste und oft am stärksten. Die Gewerkschaft ruft deshalb Beschäftigte, Betriebsräte, Sicherheitsbeauftragte und Arbeitgeber dazu auf, das Thema Hitzeschutz offensiv anzugehen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

"Es geht um Gesundheit, Menschenwürde und das Recht, nach der Arbeit gesund nach Hause zu kommen. Niemand darf seine Gesundheit riskieren müssen, nur weil die Temperaturen steigen", betont Burckhardt. Eines sei klar: "Zu heiß zum Arbeiten darf nicht zur Normalität werden."

Link zu weiterführenden Informationen: https://www.bwint.org/BwiNews/CampaignDetails?campaignId=431

"Zu heiß zum Arbeiten darf nicht zur Normalität werden"